Am Max-Born-Gymnasium gibt es eine Kooperation mit einem Hausarzt, der dort PCR-Tests durchführt.
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Am Max-Born-Gymnasium gibt es eine Kooperation mit einem Hausarzt, der dort PCR-Tests durchführt.

Nachdem Lieferungen ausbleiben

Schulen nehmen Tests selbst in die Hand

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Mit so vielen Tests wie möglich soll das Coronavirus von den Schulen ferngehalten werden. Doch die Schnelltests lassen weiter auf sich warten. Einige Schulen haben deshalb in Eigenregie Teststrategien entwickelt. Nächste Woche sollen dann endlich auch Schnelltests in großer Stückzahl im Landkreis eintreffen.

  • Die Lieferungen mit Schnelltests für Schulen lassen weiter auf sich warten.
  • Im Landkreis Fürstenfeldbruck nehmen einige Schulen das Thema nun selbst in die Hand.
  • Zwischen Mathematik- und Biologieunterricht können sich die Schüler in der Turnhalle testen lassen.

Landkreis – Auf dem Stundenplan des Max-Born-Gymnasiums in Germering steht seit dieser Woche ein neues „Fach“. Zwischen Mathe, Deutsch oder Biologie heißt es jetzt: antreten zum PCR-Test – natürlich freiwillig. Dazu hat sich die Schule mit einer örtlichen Hausarztpraxis zusammengetan. In einer Turnhalle wurde ein kleines Testzentrum mit Sichtschutzwänden aufgebaut. Dort nehmen ein Arzt und eine Mitarbeiterin dann die Abstriche. „Wir erhoffen uns davon mehr Sicherheit“, erklärt Schulleiter Robert Christoph. Genaue Zahlen hat der Direktor noch nicht. Es hätten aber sehr viele Schüler mitgemacht. Nächste Woche soll es weitere Tests geben. Auch am Olchinger Gymnasium kommen ein Mal pro Woche PCR-Tests zum Einsatz, teilt die Schule mit.

Schulen nehmen Tests selbst in die Hand

Ab Mitte nächster Woche könnte die Testkampagne weiter an Fahrt aufnehmen. Dann soll im Landratsamt eine größere Lieferung Selbsttests für die Bildungsinstitute eintreffen, erklärt der Referatsleiter für Schulen, Günter Sigl auf Nachfrage. Wie viele es sein werden, weiß Sigl allerdings noch nicht. Wenn alles wie geplant läuft, soll der Vorrat aber bis nach Ostern reichen. Laut Sigl liefert das Technische Hilfswerk (THW) die Tests beim Katastrophenschutz im Landratsamt an. Die Behörde kümmert sich um die Verteilung an die weiterführenden Schulen, für die das Landratsamt der so genannte Sachaufwandsträger ist. Für die anderen Lerneinrichtungen, also die Grund- und Mittelschulen im Landkreis, übernimmt das Schulamt diese Aufgabe.

„Viele Lehrer haben ein schlechtes Gefühl“, Walter Zellmeier, Direktor des Viscardi-Gymnasiums.

Walter Zellmeier, Direktor des Viscardi-Gymnasiums in Fürstenfeldbruck, begrüßt die Ausweitung der Tests. Doch die Durchführung bereitet ihm Kopfschmerzen. Denn getestet werden soll in der Schule – unter Aufsicht der Lehrer. So sei es vom Kultusministerium vorgesehen. „Das ist durchaus heikel“, sagt der Schulleiter. Denn so kommen die Schüler erst einmal alle zusammen, bevor mögliche Infizierte aussortiert werden. „Ich halte das für schwierig“, meint Zellmeier. Und auch viele Lehrer hätten dabei ein schlechtes Gefühl.

Landkreis Fürstenfeldbruck: Schulleiter zweifeln an Durchführung der Schnelltests

Die Debatte um die Sinnhaftigkeit, die Schüler erst in die Schule kommen zu lassen und sie dann zu testen, kann auch Monika Christoph, Direktorin am Puchheimer Gymnasium, verstehen. Doch rein logistisch sei es vorerst wohl noch die einfachste Lösung. Denn bislang wisse man nicht einmal, wann die Selbsttests überhaupt kommen, in welcher Stückzahl oder in welcher Packungsgröße. „Der Teufel steckt hier im Detail“, sagt Monika Christoph.

Jetzt gelte es, eine möglichst umfassende Strategie zu entwickeln. Denn auch die Puchheimer Schulleiterin würde sich wünschen, dass sich die Schüler zu Hause testen – und so mögliche Infektionen nicht mehr in die Schule tragen.

Wie das Landratsamt Fürstenfeldbruck am Donnerstagabend mitteilte, treten bayernweit ab Montag, entgegen des Stufenplans, keine weiteren Lockerungen in Kraft.

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