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Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck setzen auf Sonnenenergie. 

Stadtwerke wollen investieren

Solarstrom soll Energieziele retten

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Die Energiewende im Landkreis Fürstenfeldbruck stagniert. Bei den Stadtwerken führt man das auf nicht getätigte Investitionen zurück. Das soll sich nun ändern. 

Fürstenfeldbruck Bei der Regionalkonferenz 2016 zur Energiewende waren noch Ziele abgesteckt worden, mit denen man bis 2030 den Landkreis nur aus erneuerbaren Energien versorgen wollte: 19 weitere Windkrafträder, Fotovoltaikanlagen mit 40 000 Kilowatt (kW) Peak und Biomasse-Blockheizkraftwerke mit 1300 kW wären dafür nötig gewesen.

Investitionskosten: elf Millionen Euro. „Aber die wurden nicht getätigt“, sagt Andreas Wohlmann, Vertriebsleiter der Stadtwerke, bei einem Pressegespräch. Die Folge: Derzeit werden nur etwa 44 Prozent des Energiebedarfs im Landkreis aus erneuerbaren Energien gewonnen – kaum mehr als zum Zeitpunkt der Regionalkonferenz. Der Interims-Geschäftsführer der Fürstenfeldbrucker Stadtwerke, Bernd Romeike, sieht deshalb erheblichen Handlungsbedarf.

Freiflächenanlagen sollen ein großes Standbein werden

Bernd Romeike

Die Windenergie sei mit den bestehenden zwei Anlagen jedoch ausgereizt. „Uns blockiert nicht nur die 10H-Regelung, sondern auch die zivile Flugsicherung, die den Schutzbereich um ihre Anlagen von drei auf 15 Kilometer ausgeweitet hat“, sagt Romeike. Aus diesem Grund steht bei dem Unternehmen, das rund 90 000 Menschen in weiten Teilen des Landkreises und darüber hinaus mit Energie versorgt, die Sonnenenergie im Fokus. Auf die Fotovoltaik-Offensive, bei der vor allem für Anlagen auf privaten, aber auch gewerblichen Dächern geworben wird, gebe es eine gute Resonanz.

„Wir haben rund 40 Anfragen von Hausbesitzern und auch die ersten Gewerbebetriebe haben sich schon gemeldet“, sagt Romeike. Ein großes Standbein sollen in Zukunft aber auch Freiflächenanlagen werden. Derzeit investieren die Stadtwerke rund 1,2 Millionen Euro in zwei Grundstücke an der -S-Bahnlinie in Kottgeisering. Im Oktober soll auf einer der Flächen die erste 750-kW-Peak-Anlage in Betrieb gehen.

Wenn noch offene Vermarktungsfragen geklärt sind, soll das zweite Areal in gleicher Weise folgen. Dazu kommen geplante Anlagen an der A96 in Eching und in Schöffelding. Beim Fliegerhorst, wo der Brucker Stadtrat Möglichkeiten für eine Freiflächenanlage diskutiert hat, sei man noch ganz am Anfang. Romeike ist aber überzeugt, dass man dort ein sinnvolles Konzept entwickeln kann. „Wir sind offen für eine Freiflächenanlage.“

Investitionen in E-Mobilität

Neben der Fotovoltaik will das Unternehmen auch in E-Mobilität investieren. Am neuen Standort der Stadtwerke an der Cerveteristraße sind bereits drei Ladesäulen für E-Autos entstanden. An der Amperoase, auf dem Parkplatz beim Bräustüberl und in der Otl-Aicher-Straße sollen im Stadtgebiet von Fürstenfeldbruck weitere folgen. Außerdem sind Säulen in Mammendorf und Stegen in Arbeit.

Einen wichtigen und laut Romeike oft unterschätzten Beitrag zum Klimaschutz leiste auch die Fernwärme. Hier bauen die Stadtwerke derzeit für 450 000 Euro eine 650 Meter lange Leitung, die die Fernwärmenetze im Brucker Westen und im Stadtzentrum verbindet. Mit dieser Leitung seien weitere Hausanschlüsse möglich, die Gas- oder Ölheizungen ersetzen können. Um das im bundesweiten Vergleich sehr zuverlässige Stromnetz der Stadtwerke auch für die neuen Herausforderungen durch die E-Mobilität und den Fotovoltaikstrom fit zu halten, sind laut Romeike auch hier Investitionen nötig.

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