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Auch im Landkreis gibt es Verbesserungspotential.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Die zehn größten Problemfälle der Bahn

Überfüllte Züge, Verspätungen, marode Bahnhöfe: Bei der Bahn liegt einiges im Argen. Um das zu ändern hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) einen Vertrag unterzeichnet, der dem Unternehmen rekordverdächtige 86 Milliarden Euro zukommen lassen soll.

Landkreis – Auch im Landkreis wird dringend Geld für Investitionen benötigt. Ein Überblick:

Die Linie S 4

Seit vielen Jahren wird über einen Ausbau der S 4 diskutiert. Auch aus finanziellen Erwägungen heraus plant die Staatsregierung, nur ein drittes Gleis bis Eichenau zu errichten. Kritiker halten das aber für nicht zielführend. Sie fordern den viergleisigen Ausbau bis Fürstenfeldbruck. Hauptargument: Der Westast der S 4 ist schon jetzt eine der meist genutzten Linien überhaupt. Ein Ausbau über den Bahnhof Bruck hinaus bis nach Buchenau gilt wegen der Hügellage als technisch schwierig und damit unverhältnismäßig teuer.

Fürstenfeldbruck

Der Bahnhof Buchenau wird derzeit für 17 Millionen Euro barrierefrei ausgebaut. Auch die Planungen für die Ertüchtigung des Gleises 1 am Bahnhof Fürstenfeldbruck laufen. Derzeit liegen die Pläne zur Prüfung beim Eisenbahnbundesamt.

Maisach

Investitionsbedarf gibt es auch am Maisacher Bahnhof, sagt Bürgermeister Hans Seidl. Sowohl der Bahnsteig als auch das Dach seien sanierungsbedürftig. Im Ortsteil Gernlinden müsse die Erreichbarkeit des Bahnsteigs verbessert werden. Insgesamt müsse die Bahn mehr tun, um attraktiver zu werden.

Mammendorf

In Mammendorf gibt es zu wenige Parkplätze. Deshalb wird darüber nachgedacht, ein Parkdeck zu errichten.

Puchheim

Der Bahnhof in Puchheim soll barrierefrei werden – dafür müssen aber erst einige Hürden überwunden werden. Das Problem: Die Bahn wollte eigentlich den Mittelbahnsteig erschließen, also die Höhe anpassen und mit Aufzug, Unterführung und Rampen den Zugang erleichtern. Die Pläne stießen aber auf Widerstand bei Senioren und Behinderten. Diese favorisierten einen neuen Außenbahnsteig und zwei Aufzüge. Die Bahn lenkte ein. Derzeit werden noch einmal alle möglichen Varianten geprüft. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass die Strecke der S4 ausgebaut werden soll. Die Bahn rechnet damit, dass die Bauarbeiten etwa ein Jahr dauern – ursprünglich war die Fertigstellung 2021 angepeilt.

Olching

In Olching hofft man auf den ganz großen Wurf: Die Stadt steht in Verhandlungen mit der Bahn, weil rund um das Bahnhofsareal ein neues, schickes Viertel entstehen soll. Der Bahnhof gehört noch der Bahn – er gilt allerdings als Schandfleck. Die Stadt hat nach jahrelanger Suche einen Ansprechpartner bei der Bahn gefunden. Nun stehen die Chancen nicht schlecht, dass sogar ein neues Bahnhofsgebäude mit Wohnungen gebaut wird.

Grafrath

In Grafrath hofft Bürgermeister Markus Kennerknecht, dass die Gelder auch für den seit Jahren geforderten barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen eingesetzt werden. „Der barrierefreie Ausbau ist sicher das drängendste Thema“, sagt der Rathauschef. Aber auch eine Aufwertung des maroden Umfelds tue Not. Hier setzt Kennerknecht aber weniger auf Investitionen der Bahn, sondern vielmehr darauf, dass die Gemeinde das Areal wie geplant erwerben und selbst tätig werden kann.

Schöngeising

Hier liegt vor allem die Parksituation im Argen. Der P&R-Platz wirkt vernachlässigt, definierte Parkbuchten sind nicht zu erkennen. Durch neue Markierungen würde mehr Parkraum entstehen, meint Bürgermeister Thomas Totzauer. „Momentan wird kreuz und quer geparkt.“ Außerdem fehlen beleuchtete und sichere Abstellplätze für Räder. Die häufig defekten Anzeigetafeln an den Bahnsteigen sollten ebenfalls optimiert werden.

Türkenfeld

Pendler, die von Türkenfeld nach München fahren, kommen besser mit Regenschirm – die Wetterschutzhäuschen sind marode. Würde die Bahn für Ersatz sorgen, die Beleuchtung verbessern und einen neuen Fahrkartenautomaten spendieren, wäre man im Ort froh. Immerhin gibt es seit wenigen Wochen digitale Abfahrtsanzeiger. „Darüber freuen wir uns, nachdem wir lange dafür gekämpft haben“, so Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler.

Geltendorf

Über ein dichtes Dach an der Treppe von Gleis 1 würde man sich in Geltendorf freuen. Außerdem werden die P&R-Plätze dem Andrang nicht gerecht. Bestrebungen, auf dem nördlichen Areal ein Parkdeck zu errichten, scheiterten bisher an mangelnder Kooperation der Bahn. Mit Sorge denkt man auch an die kommende Elektrifizierung der Strecke nach Lindau und wünscht sich Lärmschutzmaßnahmen für den wohl ansteigenden nächtlichen Güterverkehr.  ad/os/gar/imu/tog

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