Landrat Thomas Karmasin trägt bei öffentlichen Auftritten im Corona-Jahr korrekt eine Maske. Wie viele Brillenträger kämpft er bisweilen mit den Gummibändern
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Landrat Thomas Karmasin trägt bei öffentlichen Auftritten im Corona-Jahr eine Maske.

Fürstenfeldbruck

Landrat fordert höheres Impf-Tempo und weniger Bürokratie

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Beibehalten strenger Regeln und massive Erhöhung des Impftempos: Das wäre für Landrat Thomas Karmasin der richtige Weg aus der Corona-Krise.

Das inzidenzabhängige Stufenprogramm sei wohl eher deshalb eingeführt worden, um den Eindruck eines klaren Konzepts zu vermitteln. Er selbst wäre eher für ein restriktiveres Vorgehen, sagte Karmasin auf Tagblatt-Anfrage.

Denn klar sei: Sobald man öffnet, schnellt die Inzidenz wieder nach oben. Natürlich verstehe er die Sorgen und der Nöte der betroffenen Betriebe und natürlich verstehe er die Haltung: Bis alle geimpft sind, sind wir verhungert. Karmasin beurteilt die Frage aber eher aus virologischer Sicht und aus der Sorge heraus: Wenn geöffnet wird, wird zwei Wochen später wieder zugesperrt.

Warnung vor Jo-Jo-Effekt

Für den Landkreis hat Karmasin die Hoffnung, dass bei der Inzidenz kein dramatischer Steigflug stattfindet. Gleichzeitig hat er die Sorge: Wenn der Wert unter 50 fällt, wird das Verlangen nach Öffnungen groß – mit der Folge einer möglicherweise stark steigenden Inzidenz. Es gelte, wie bei Diäten den bekannten Jo-Jo Effekt zu vermeiden. Dafür sei der 50-er Wert durchaus geeignet. „Ich hätte mir eine strengere Haltung gewünscht und mehr Impfungen“, sagte Karmasin aus dem Homeoffice.

Die Idee, die Hausärzte einzubeziehen, begrüßt Karmasin. Allerdings müsse die Impf-Bürokratie stark eingedampft werden. Vereinfacht gesagt: Jeder, der zum Hausarzt geht, solle geimpft werden können, egal welcher Priorisierungs-Gruppe er angehört. Das sei insofern sinnvoll, als man mit den älteren Bürgern ja bald fertig sein müsste mit dem Impfen. Karmasin bestätigte außerdem, dass einzelne Cluster, so sie denn als solche erkennbar sind, aus der Inzidenz nicht herausgerechnet werden dürfen. So kann theoretisch ein starkes Infektionsgeschehen in einem umgrenzten Raum regulatorische Folgen für den ganzen Landkreis haben.

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