Kommunale Zusammenarbeit

Der lange Weg zur Wohnbau-Offensive

Wohnraum ist knapp. Deshalb wollen der Landkreis und zahlreiche Kommunen eine gemeinsame Wohnungsbaugesellschaft gründen. Bis allerdings tatsächlich neue Unterkünfte entstehen, wird es noch eine ganze Weile dauern.

Fürstenfeldbruck – Mehr als zweieinhalb Jahre ist es her, dass der Landkreis und mehrere Kommunen eine Arbeitsgruppe zur Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft ins Leben gerufen haben. Sie sollte prüfen, ob eine derartige Kooperation Sinn macht. Die Experten kamen zum Schluss, eine GmbH zu gründen. Gesellschafter sollen der Kreis und die teilnehmenden Gemeinden sein.

Grundsätzliche Bereitschaft haben bereits Adelshofen, Alling, Egenhofen, Eichenau, Emmering, Gröbenzell, Jesenwang, Landsberied, Maisach, Mammendorf, Hattenhofen, Schöngeising, Olching, Fürstenfeldbruck, Germering, Puchheim sowie der Landkreis signalisiert. Sie sollen sich mit je 10 000 Euro beteiligen. Das letzte Wort hat aber jeweils der Stadt- oder Gemeinderat.

Unterstützung hat sich die Arbeitsgruppe beim Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) geholt. Dessen Experten sollten im Vorfeld prüfen, wie eine mögliche Wohnungsbaugesellschaft wirtschaftlich arbeiten kann. Ergebnis: Vor allem in der Anfangsphase der Gesellschaft soll sich ein etabliertes Wohnbau-Unternehmen ums Tagesgeschäft kümmern. Durch ein solches so genanntes Geschäftsbesorgungsmodell könne bereits unmittelbar nach der Gründung mit der Planung konkreter Bauvorhaben begonnen werden. Landrat Thomas Karmasin geht davon aus, dass die Gesellschaft noch in diesem Herbst aus der Taufe gehoben wird.

Neue Wohnungen in großer Zahl werden allein dadurch aber nicht entstehen. Denn mit der Einlage, die die Gesellschafter mitbringen, lassen sich keine großen Sprünge machen. „Es wird davon abhängen, dass die Gemeinden Bauland ausweisen und Grundstücke zur Verfügung stellen“, sagte Landrat Thomas Karmasin (CSU) in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Die Gründung der Wohnungsbaugesellschaft sei aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Das sah auch Peter Falk (SPD) so. Er hatte die Gründung einer solchen Gesellschaft lange Jahre gefordert. Er lobte das Konzept – auch weil die Kommunen ihre Planungshoheit behalten. Hans Seidl (CSU) sagte, man müsse den Gemeinden und Städten jetzt Zeit geben für die Entscheidungen in ihren Gremien. Martin Runge (Grüne) machte deutlich, warum das Projekt aus seiner Sicht sinnvoll sei: Die Bauverwaltung des Landkreises könne zwar sehr gut Schulen, Hallen oder Kindergärten planen und bauen. „Aber eben keine Wohnungen.“ Max Keil (ÖDP), der auch im Puchheimer Stadtrat sitzt, mahnte allerdings den Riesen-Verwaltungsaufwand an. „Wir werden ewig brauchen, bis wir die erste Wohnung bauen.“

Als erste Gemeinde hat sich Gröbenzell per Gemeinderats-Votum dazu entschlossen, der Wohnungsbaugesellschaft beizutreten. Zwar hatten einige Mitglieder des Gremiums auch Bedenken und Skepsis gegen das Projekt – am Ende gab es aber nur zwei Gegenstimmen.

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