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Fürstenfeldbruck

Lebensgefährtin mit Messer bedroht: Verfahren eingestellt

Ein Streit mit seiner Lebensgefährtin und deren elfjähriger Tochter hat einen 32-jährigen Brucker auf die Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes gebracht. Vorsätzliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung wurde dem Brucker vorgeworfen.

Fürstenfeldbruck –  Einen Teil der Vorwürfe bestätigte der Mann, verurteilt wurde er dennoch nicht.

Die ElfJährige hatte an einem Abend im Oktober im vergangenen Jahr das Spielzeug ihrer Halbschwester, der gemeinsamen Tochter des Mannes mit seiner Lebensgefährtin, kaputtgemacht. Was den 32-Jährigen dazu brachte, das im Bett liegende Kind an den Beinen zu sich zu ziehen und ihm die Leviten zu lesen. Ein Vorfall, den der Brucker auch eingestand. Dass er das Mädchen zudem mehrfach geschlagen haben soll, wies er aber vehement von sich.

Noch am gleichen Abend war der 32-Jährige mit der Mutter des Mädchens in Streit geraten. Da die Frau ihm nicht zuhören wollte, griff er zu einem Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge und zwang sie so, seine Argumente anzuhören. Zudem beleidigte er die Frau mit den übelsten Schimpfworten. Den Griff zum Messer und die Beleidigungen gestand der 32-jährige ebenfalls ein. Und er erzählte ausführlich warum er zur Waffe gegriffen hatte: „Ich hatte einmal die Oberhand.“ Sich mit seiner früheren Lebensgefährtin konstruktiv zu streiten sei quasi unmöglich.

2013 hatten die Beiden sich kennengelernt, wenig später war die Frau schwanger geworden. Und in der Schwangerschaft sei es losgegangen: von Wutausbrüchen, cholerischen Anfällen und Erniedrigungen durch die Lebensgefährtin, berichtete der Angeklagte während der Verhandlung. Sie sei in allem die Beste und er an allem schuld gewesen. Das Zusammenleben mit der Frau hatte den 32-Jährigen seinen eigenen Schilderungen zufolge so schwer belastet, dass er unter Schlafstörungen und Herz-Rhythmus-Störungen litt und sich bereits 2015 in psychiatrische Behandlung begab. Von Ende 2018 bis Anfang 2019 wurde er in einer Klinik stationär behandelt, er war suizidgefährdet.

Nach dem Vorfall im Oktober 2019 hatten die Beiden sich dann getrennt. „Ich tue mir diesen Psychoterror nicht mehr an“, betonte der 32-jährige am Gericht. Seit der Trennung gehe es ihm wieder besser, er fühle sich wieder freier. Die Ex und ihre Tochter wurden vom Gericht dann nicht angehört. Nach einem längeren Rechtsgespräch einigten sich Richterin, Staatsanwältin und die Anwälte des Angeklagten und der Ex-Lebensgefährtin darauf, dass das Verfahren gegen den 32-Jährigen eingestellt werden soll. Sobald er 1200 Euro an die Ex gezahlt hat – 200 Euro davon muss die frühere Lebensgefährtin als Wiedergutmachung an ihre Tochter weitergeben – ist für den Brucker das Verfahren aus der Welt.  sus

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