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Woche der Abfallvermeidung: Ein Besuch im Unverpackt-Laden

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Von: Lisa Fischer

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Edith Wimmer erfüllt sich einen Lebenstraum: in ihrem Unverpackt-Laden „Füllosophie gibt es keinen unnötigen Verpackungsmüll.
Edith Wimmer erfüllt sich einen Lebenstraum: in ihrem Unverpackt-Laden „Füllosophie gibt es keinen unnötigen Verpackungsmüll. © Weber

Verpackungsmüll ist besonders in der beginnenden Adventszeit und zu Weihnachten ein riesiges Thema. Dabei gibt es in Bruck einen Unverpackt-Laden.

Fürstenfeldbruck – Zumindest für Lebensmittel gibt es in Fürstenfeldbruck jetzt eine Alternative zu bergeweise Plastik, Papier und Pappe, die bestenfalls auf dem Wertstoffhof landen. Im Unverpackt-Laden bringen die Kunden die Gefäße für die Waren selbst mit.

„Füllosophie – Fürstenfeldbruck unverpackt“ prangt in hellblauen Lettern auf den Schaufenster-Scheiben in der Feuerhausstraße 2. Beim Betreten des Unverpackt-Ladens von Edith Wimmer strömt einem der Duft verschiedener Teesorten entgegen. Dabei reiht sich in den Regalen und entlang der Wände in durchsichtigen Gefäßen viel mehr als nur Tee: Nudeln, getrocknete Kichererbsen, Soft-Aprikosen, Vanillezucker, Gemüsebrühe und Chips. Das alles können sich „Füllosophie“-Kunden in ihre mitgebrachten Behälter, Dosen und Taschen abfüllen. Ganz ohne Verpackung. Und in den Portionen, die sie gerade wirklich benötigen.

Füllosophie: Zwischen Hirngespinst und Realisierung

Inhaberin Edith Wimmer spricht von einem „ganz anderen Einkaufserlebnis“ das die Kunden in ihrem Laden erfahren. Einmal durch die Tür getreten, wiegt der Käufer seine mitgebrachten, leeren Behälter an einer Waage ab und notiert das Gewicht auf einem Etikett. Dieses klebt er auf das gewogene Gefäß und stellt es auf ein rollendes Wagerl. Dann geht es los zwischen den Trockenwaren, Kerzen und Waschpulver hindurch.

„Zwei Jahre sind vom ersten Hirngespinst bis zu Eröffnung im März 2020 vergangen“, sagt Edith Wimmer scherzhaft. Dass sie ihren eigenen Unverpackt-Laden aufmachen möchte, dazu haben mehrere Faktoren mitgespielt, erzählt die gebürtige Bruckerin.

„Mir ist einmal in der Vorweihnachtszeit beim Plätzchen backen aufgefallen, dass man am Ende mehr Müll als Plätzchen hat“, sagt die 48-Jährige. Doch viele Optionen, mit Vanillinzucker, Backpulver und ähnlichem weniger Müll zu verursachen, habe es für einzelne Personen nicht gegeben.

Das Emblem zur Abfallwoche.
Das Emblem zur Abfallwoche. © mm

„Man könnte zwar Großpackungen kaufen, aber was macht man mit dem offenen Rest?“, sagt Edith Wimmer. Ein weiterer Faktor, der mitgewirkt hat, sei Bio-Ware gewesen. Genauer gesagt, habe es Edith Wimmer geärgert, dass diese oftmals trotzdem in Plastik eingepackt sind – in ihrem Laden gibt es jetzt Bio-Ware unverpackt.

Ein dritter Faktor sei außerdem gewesen, dass die 48-Jährige in ihrem Bürojob nicht mehr so richtig zufrieden gewesen sei. Die Idee eines eigenen Unverpackt-Ladens wurde deshalb für sie immer lockender.

Füllosophie: Geeignete Räume gefunden

Geeignete Räume zu finden, war jedoch nicht ganz so einfach. „Fürstenfeldbruck war mein Wunschort und ein Parkplatz in der Nähe war wichtig, da man die Einkäufe zum Auto bringen muss“, sagt die 48-Jährige. Nach ein paar Besichtigungen war die Ladenfläche in der Feuerhausstraße am Ende der richtige Standort für den Unverpackt-Laden.

Edith Wimmer vermeidet auch privat Müll und wird dabei immer erfolgreicher. „Wir hatten früher ein Regal im Keller, in dem die Wertstoffe getrennt gelagert wurden“, erzählt die Bruckerin. „Das Regal ist jetzt weg.“ Der Weg bis dahin und die Umstellung auf unverpackte Ware, sollte aber Schritt für Schritt gehen, rät die „Füllosophin“. „Zu viel Veränderung auf einmal klappt nicht und frustriert am Ende“, sagt Edith Wimmer.

Deshalb sollten Menschen, die ihren Lebensstil auch umstellen wollen, zunächst mit den Produkten beginnen, die gerade leer werden. „Die ersten, leeren Gefäße kann man dann aufheben und schauen, ob man sie im Unverpackt-Laden neu befüllen kann und möchte.“ Dann könne man den nächsten Einkauf planen, die jeweiligen Behälter mitbringen. Im „Füllosophie“-Laden kann man sich dann einen Überblick über das Sortiment verschaffen.

Die Aktion

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) findet vom 20. bis 28. November statt. Zusammen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) stellt das Tagblatt Organisationen und Personen aus dem Landkreis vor, die sich für mehr Nachhaltigkeit und weniger Müll einsetzen. Zusätzlich gibt es täglich einen Müllvermeidungs-Tipp vom AWB.

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