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Quirin (15) will ins Hotelfach. Beim Stand der Bäcker und bei Innungsobermeister Werner Nau schaut der Realschüler mit Papa Hans Frietinger aber auch vorbei.

Berufsinfomarkt in der Sparkasse

Lehrstellenradar und andere Orientierungshilfen

Beim Berufsinfomarkt in Fürstenfeldbruck können sich Junge Leute einen Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten Handwerk, Handel und Dienstleistungsbranche ihnen bieten.

Fürstenfeldbruck Ein bekanntes Bild auf dem Ausbildungsmarkt: Die einen Betriebe können sich vor Bewerbern kaum retten, andere suchen händeringend Nachwuchs. 

Im Verwaltungszentrum der Sparkasse wurden am Sonntag über 40 Ausbildungsberufe vor Ort präsentiert. Mit Slogans wie „Macher gesucht! Ich mach’s euch“ wirbt zum Beispiel die Handwerkskammer für ihre „Schnapp sie dir-App 2.0“. Auf dieser Internetplattform können sich Jugendliche ihren Traumjob aufs Smartphone oder Tablet holen und sich auf dem Lehrstellenradar über freie Stellen in über 130 Handwerksberufen informieren.

Dem Fachkräftemangel schon in der Grundschule begegnen

In eine Männerdomäne ist Joana eingedrungen. Die 27-Jährige ist Dachdeckergesellin. Am Stand zeigt sie, wie Schieferplatten bearbeitet werden.

An einem Stand zeigt Joana einige Grundtechniken des Dachdeckens. Die 27-Jährige hat ihre Lehre schon hinter sich. Sie hatte es nicht ganz leicht, in ihrem Traumberuf Fuß zu fassen. „Ein Umdenken muss auch bei den Rollenklischees stattfinden“, meint die gebürtige Saarländerin. Weil sie in ihrer Heimat keine Lehrstelle fand, kam sie nach Bayern. Inzwischen zeigt die Gesellin manchem männlichen Berufskollegen, wo der Hammer hängt.

Daniela Lindner ist mit ihren Neuntklässlern von der Mittelschule Nord zum Berufsinfomarkt gekommen. „Ich mache das seit vielen Jahren mit meinen Abschlussklassen.“ Die Lehrerin kennt die Interessen und Fähigkeiten ihrer Schüler und versucht ihnen so zu helfen, in ihre berufliche Zukunft zu starten. Ehrenobermeister Franz Höfelsauer von der Kreishandwerkerschaft und Michael Steinhauer, Vorsitzender des Brucker IHK-Regionalausschusses, sehen das gerne. Dem Fachkräftemangel in den einzelnen Branchen müssen wir sehr früh, bestenfalls schon in der Grundschule, begegnen.“ Es werde noch Jahre dauern, bis sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt halbwegs entspanne und einpendele. Sprich: Bis Schulabgänger – statt sich für ein Studium zu entscheiden – über den dualen- oder Berufsbildungsweg nachdenken und eine Lehre als Perspektive für sich entdecken. Laut Steinhauer konnten sogar Sparkassen zuletzt wegen der Akademisierung nicht alle Stellen besetzen.

Bäcker und Metzger suchen händeringend Nachwuchs  

Während etwa Bäcker oder Metzger und die entsprechenden Fachverkäufer händeringend Nachwuchs suchen, können holzverarbeitende Berufe, wie Zimmerer oder Schreiner oder auch die Friseurinnung, ihre Lehrstellen in der Regel leichter besetzen.

Ein ähnliches Bild zeichnet Steinhauer von der IHK: „Berufe der Elektrotechnik oder Industriekaufmann sind wahre Zugpferde, weil sie sehr offensichtlich Mehrwert und Entwicklungspotenzial für die Bewerber bieten.“ Im Einzelhandel oder in der Logistik schaue es lange nicht so rosig aus. „Viele Mütter raten ihren Töchtern davon ab, im Verkauf zu arbeiten, weil sie selbst in ihrer Zeit als Lehrling schlechte Erfahrungen gemacht haben, erklärt Höfelsauer. Dabei hätten sich die Arbeitsbedingungen inzwischen längst verbessert. (akk)

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