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Gruppenbild nach der Landung in Ballenstedt in Sachsen-Anhalt: Neben der Cockpit-Crew (im grünen Fliegerkombi) um den Kommandanten Oberst Daniel Draken (3.v.r.) die Technik- und Wartungscrew (in Flecktarn-Anzügen), die genau das Gegenteil dessen macht, was sie sonst tut – die Transall flugunfähig machen. 

Auflösung des Flugplatzes Penzing

Letzte Transall ist jetzt ein Museumsstück

Während es im Lufttransportgeschwader (LTG) 61 in Penzing traurige Gesichter gab, als die letzten drei Transalls endgültig das Geschwader und damit Bayern verließen, herrschte im Harz große Freude: Eine Transall, die „Silberne Gams“ landete in Ballenstedt und bereichert das Luftfahrtmuseum in Wernigerode.

Penzing Im Zuge der Räumung von Flugplatz und Kaserne mussten auch die Transalls, von denen zu Spitzenzeiten fast 30 Maschinen in Penzing stationiert waren, ihre bayerische Heimat verlassen. Während zwei grüne Transportmaschinen im Schwestergeschwader, dem LTG 63 in Hohn, Schleswig-Holstein, weiter fliegen, lief für die Silberne Gams die Nutzungszeit ab. Um diese Transall, die zum 60. Geschwaderjubiläum mit einer silberfarbigen Sonderlackierung versehen worden war, vor der Schrottpresse zu bewahren, bot die Verwertungsgesellschaft des Bundes verschiedenen Museen das Flugzeug zum Kauf an.

Das Interesse war nicht überwältigend, hatten sich doch einschlägige Luftfahrtmuseen längst eine Transall gesichert. Nur das Deutsche Museum hatte in seiner Dependance in der Flugwerft Oberschleißheim noch keine. Dort war die Silberne Gams im Juli beim Flugplatzfest zum 25-jährigen Bestehen ausgestellt worden und war auf großes Interesse gestoßen. „Das Museum wollte die Maschine leider nicht, zum einen, weil die Verantwortlichen derzeit noch keinen Platz haben, zum anderen, weil es sich um eine Sonderlackierung handelt und diese wenig authentisch sei“, berichtet Oberstabsfeldwebel Uwe Lenke, Pressesprecher des Geschwaders.

Ganz anders sieht das Clemens Aulich, Chef des Luftfahrtmuseums in Wernigerode, Sachsen-Anhalt. Er wollte genau diese Sonderlackierung. „Es ist mir eine Ehre, diese Transall ausstellen zu dürfen, denn sie stellt einen wichtigen Abschnitt der Luftfahrtgeschichte dar“, sagt der leidenschaftliche Sammler, der auch anderen Museen immer wieder mit Ersatzteilen aushilft.

Die ersten Transalls wurden Anfang der 1970er-Jahre an die Luftwaffe ausgeliefert und anfangs oft zu humanitären Hilfsflügen eingesetzt, zum Beispiel in Hungergebieten Afrikas. Während die erste Transall, die Aulich vor fünf Jahren aus dem Penzinger Bestand kaufte, am Verkehrslandeplatz Ballenstedt verbleibt, soll die gut 20 Tonnen schwere Silberne Gams nach Zerlegung und Straßentransport als Attraktion auf das statisch extra ertüchtigte Dach seines Luftfahrtmuseums im 40 Kilometer entfernten Wernigerode gehoben werden.

Auf die Minute pünktlich kam das baldige Museumsstück an. Unter Beifall der Zuschauer setzte LTG- 61-Kommodore Daniel Draken die in der winterlichen Sonne glänzende Transall butterweich in Ballenstedt auf. Die letzte Landung – für die Maschine, den Kommandanten Draken und den Copiloten Bernard. Nach der Übergabe von Last-Flight-Erinnerungspräsenten signierte die Crew in alter Tradition das Flugzeug. Freudig übernahm Aulich aus der Hand des Kommodore die Schlüssel für seine Maschine.

Der Verschrottungentkommen

Der Traktor, der bereit stand, um die Transall zum Abstellplatz zu schleppen, wartete vergeblich: Draken startete ein allerletztes Mal die Triebwerke, um die Transall aus eigener Kraft über die Wiese zu der Stelle zu rollen, an der die Bundeswehr-Techniker die Demilitarisierung vornahmen und die Betriebsstoffe abließen. Nach getaner Arbeit reisten die Techniker wieder nach Penzing – mit dem Trost, dass die Maschine der Verschrottung entkam und jeder sie immer wieder besuchen kann. Und schließlich ist diese Transall die erste Gams im Mittelgebirge. (mjk)

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