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Ein Lieferdienst für alltägliche Haushaltsprodukte könnte die grundlegende Versorgung in den ländlichen Gebieten gewährleisten. 

Landkreis Fürstenfeldbruck

Lieferdienst oder mobiler Dorfladen: Bessere Versorgung für ländliche Gemeinden

Ein Lieferdienst für Alltagsprodukte oder ein mobiler Dorfladen: Das sind nur zwei Möglichkeiten, mit denen die Nahversorgung auf dem Land gestärkt werden könnte. Das Regionalmanagement im Landratsamt Fürstenfeldbruck untersucht daher, wo die Bürger im westlichen Landkreis Versorgungslücken sehen.

Westlicher Landkreis – In einem Einkaufsführer hat das Regionalmanagement bereits lokale Erzeuger, Hofläden und zahlreiche Geschäfte in den ländlichen Kommunen veröffentlicht. Obwohl darin eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten aufgeführt sind, gibt es gerade im ländlichen Raum noch Lücken in der Nahversorgung. Deren Beseitigung ist das Ziel, wie Lisa Ayernschmalz vom Regionalmanagement jüngst im Jesenwanger Gemeinderat erklärte. Dort stellte sie das Projekt vor, an dem seit April vergangenen Jahres gearbeitet wird.

Betroffen sind Kommunen im ländlichen Raum nach der Definition im Regionalplan. Im Landkreis gehören neben Jesenwang noch die Gemeinden Adelshofen, Althegnenberg, Egenhofen, Hattenhofen, Landsberied, Mittelstetten und Moorenweis dazu. Lediglich in Althegnenberg und in Landsberied wurde bei einer ersten Erhebung in den Rathäusern kein Handlungsbedarf gesehen. Nun sollen in den jeweiligen Gemeinden die Bürger nach ihrer Meinung befragt werden.

Fragebogen an die Bürger

In Jesenwang hat Rathauschef Erwin Fraunhofer zum Beispiel Lücken bei der Versorgung mit Gemüse, Obst und Drogerieartikel gesehen. Und auch eine Apotheke würde am Ort fehlen. In der Zeit von 20. April bis 4. Mai werden nun die Bürger gebeten, mit Hilfe eines Fragebogens, ihre Einschätzung abzugeben und Fraunhofers Punkte gegebenenfalls um weitere eigene zu ergänzen.

In den restlichen Kommunen soll die Befragung weitgehend ebenfalls durchgeführt werden. Lediglich in Landsberied sieht man bislang dafür keinen Grund. Für die Verteilung und Einsammlung der Fragebögen sind die Kommunen zuständig. Ausgewertet werden sie dann von einem externen Marktforschungsinstitut, dass die Fragebögen auch erstellt.

Digitaler Wochenmarkt

Wenn die Ergebnisse feststehen, sollen Möglichkeiten erarbeitet werden, die Versorgungslücken zu beseitigen. Gelungene Beispiele aus anderen Regionen stellte Ayernschmalz im Jesenwanger Rat vor: Ein Lieferdienst für regionale, alltägliche Produkte wurde zum Beispiel in Altmühlfranken und in Roth eingeführt. Im Steinwald in der Oberpfalz kommt ein mobiler Dorfladen zum Einsatz. Aber auch digitale Lösungen gibt es: Im Markt Burkardroth in Unterfranken zum Beispiel können sich die Menschen vernetzen und sich von anderen Produkte mitbringen lassen. Die Gemeinde Moosinning im Landkreis Erding hat sogar einen digitalen Wochenmarkt ins Leben gerufen.

Die Umsetzung derartiger Projekte hängt laut Ayernschmalz davon ab, wie viele Kommunen sich daran beteiligen. Das bestätigte auch Fraunhofer: „Eine Gemeinde alleine kann solche Angebote nicht stemmen.“ Jesenwang ist jedenfalls schon mal an Bord. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, sich an der Umfrage zu beteiligen.

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