Florian Eckl, Denise Schindler.

Olympia

Live bei den Paralympics: Vier von uns in Rio

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Fürstenfeldbruck – Wenn heute Abend, 23 Uhr MEZ, im ZDF die Eröffnungsfeier der Paralympics live aus Rio übertragen wird, ist der erste TV-Beitrag von ARD-Reporter Florian Eckl bereits abgedreht und läuft am Donnerstag, wenn sich Denise Schindler auf ihr Rennrad setzt, um nach der nächsten paralympischen Medaille zu greifen.

Der Emmeringer und die Olchingerin sind zwei von vier direkt oder indirekt an den Spielen Beteiligten, die aus dem Landkreis stammen. Neben Eckl, der bis zu einer Verletzung für den FC Emmering im Fußballtor stand, und Schindler sind das die Mammendorfer Ehren-Paralympionike Margit Quell und die aus Geiselbullach stammende Print-Reporterin Martina Farmbauer. Was Letztere fern der Heimat mit Eckl verbindet: Beide haben beim Tagblatt in der Sportredaktion ihre journalistische Laufbahn begonnen. Und werden bei den ersten Paralympics auf südamerikanischem Boden noch öfter einer Landsfrau aus Olching begegnen. Denn Schindler spielt sowohl auf der Mattscheibe als auch in den Zeitungen eine tragende Rolle.

Silber vor vier Jahren

Martina Farmbauer

Zwar haben alle drei schon paralympische Erfahrungen, doch die 30-jährige Sportlerin hat den beiden Reportern etwas voraus, was denen stets vorbehalten bleiben wird: eine Medaille. Schindler, die Wahl-Olchingerin, die sich auf den Radwegen rund um ihren Wohnort fit für Rio gemacht hat, gewann vor vier Jahren in London Silber beim Straßenradrennen. Nun träumt sie wieder von Edelmetall.

Das wird von Margit Quell schon massenweise daheim in Mammendorf gehortet. Die 66-Jährige war in ihren sportlichen Glanzjahren mehrfache Paralympics-Siegerin – und das gleich in drei unterschiedlichen Sportarten. Erst sorgte sie als Leichtathletin für Furore, dann als Schwimmerin, später auf dem Tanzparkett. Wären die Spiele der Gehandicapten damals schon so medienwirksam aufbereitet worden wie heutzutage: Quell hätte längst schon einen festen Platz als Expertin neben den TV-Moderatoren.

Tagebuch aus Rio

Doch auch ohne diesen Nebenjob wäre die gelernte Bankkauffrau, die für die SPD im Kreistag vertreten und dort auch Sportreferentin ist, Dauergast bei den Spielen. Denn alle zwei Jahren, wenn nach Sommer- und Winter-Olympia die behinderten Sportler die Zuschauer begeistern, sitzt Margit Quell als Ehrengast des Paralympischen Komitees auf der Tribüne. Peking, Sotschi, London, Athen, Sydney, Atlanta, Barcelona, Los Angeles, Moskau, Seoul oder jetzt Rio – die Mammendorferin kennt alle olympischen Sportstätten. Und von überall hat die seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzende 66-Jährige fürs Tagblatt ihr ganz persönliches Tagebuch geschrieben. So wird es auch heuer in Brasilien sein. Der erste Beitrag ist für die morgige Ausgabe geplant. Quell war am Montagabend von Frankfurt aus nach Rio gestartet. Ihr Hotel befindet sich gleich neben der Copacabana.

TV-Moderator für die ARD

Margit Quell

Während sich die Mammendorferin aufs Repräsentieren und Zuschauen konzentriert, sind die Paralympics für Florian Eckl (33) der reine Stress. Als Storymacher ist der TV-Reporter für die ARD unterwegs und stellt einem Millionenpublikum die deutschen Sportler vor. Schon in Sotschi war er dabei. Seine Hauptaufgabe: Menschen treffen und bunte Geschichten erzählen. So wie die von Denise Schindler, die er in Rio bereits getroffen hat (der Beitrag ist heute gegen 13.40 Uhr im „Mittagsmagazin“ zu sehen). Sein Eindruck: „Sie hat eine unfassbare Lebensfreude und hadert nicht mir ihrem Schicksal.“ Der 30-Jährigen musste als Kleinkind ein Unterschenkel amputiert werden. Eckl („Ich bin für die ARD als Allzweckwaffe im Einsatz“) hat sich auf aufregende zehn Tage in Rio eingestellt: 145 Stunden werden „Das Erste“ und das ZDF aus Rio berichten. Der Ex-Keeper des FC Emmering ist für alles gewappnet: „Wie beim Fußball gilt auch im Fernsehen: Wenn der Teamchef mich braucht, bin ich da. Egal, wo!“

Während Eckl nach den elf paralympischen Tagen in die Heimat zurückfliegt, bleibt Martina Farmbauer noch länger in Brasilien – sie wohnt nämlich dort, arbeitet als Reporterin und Autorin für Sport 1 und andere deutschsprachige Medien. Außerdem übernimmt sie dort auch kulturelle Projekte für das Goethe-Institut. Die Mittdreißigerin, die beim brasilianischen Fußballverband als Glücksfee gilt, weil sie öfter schon Pokalbegegnungen ausgelost hat, versteht sich auch als Brückenbauerin zwischen Brasilien, Lateinamerika und Deutschland.

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