Wir machen immer weiter: Amnesty-Sprecherin Sabine Wagner-Rauh. Foto: Eldersch

Sie helfen den zu Unrecht Eingesperrten 

Lobbyisten der Menschenrechte

Manchmal können kleine Dinge Großes bewirken. Das hat auch die Brucker Ortsgruppe von Amnesty International festgestellt. 

Fürstenfeldbruck – Im Laufe der vergangenen 40 Jahre haben sie mit Briefaktionen und konsequenter Hartnäckigkeit weltweit viele Menschen aus Gefangenschaft befreit. Grund genug zu Feiern.

In den Räumen der VHS Fürstenfeldbruck versammelten sich Amnesty-Angehörige, Ehrengäste und Politiker anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Ortsgruppe. Der Integrationsreferent der Stadt, Willi Dräxler, sagte: „Eigentlich macht man zum 40. Geburtstag eine Party, doch bei Amnesty ist das eher ambivalent.“ Er meinte, wenn alle Menschen frei leben könnten, bräuchte es Amnesty International nicht mehr. Wichtig war ihm auch, zu betonen, dass Menschen nicht nur in fernen Ländern unterdrückt würden. Auch in der EU, zum Beispiel in Deutschland, nehme Menschenfeindlichkeit zu.

Birgitt Epp – ein langjähriges Mitglied der Organisation – nahm das Publikum anschließend mit auf eine Zeitreise durch 40 Jahre Amnesty International Fürstenfeldbruck. Gegründet wurde die Gruppe in dem Jahr, in dem die Dachorganisation den Friedensnobelpreis erhielt, erzählte Epp. Therese Risinger, eine Lehrerin des Graf-Rasso-Gymnasiums, konnte damals einige ihrer Kollegen überzeugen, der Gruppe beizutreten. Die ersten Treffen fanden im Wohnzimmer der Lehrerin statt.

Nun versammeln sich die Mitglieder bereits seit 35 Jahren in den Räumen der Gnadenkirche. Ihr Ziel: Menschen zu helfen, die nach Ansicht von Amnesty zu Unrecht im Gefängnis sitzen. Mit ihrem Briefkreis – bei dem auch Menschen mitmachen können, die keine oder wenig Zeit haben, aktiv in der Gruppe mitzuwirken – haben die Brucker schon Freilassungen in Litauen, Angola, Ägypten und vielen anderen Ländern erreicht. Derzeit bemühen sie sich um die Entlassung des schwedisch-eritreischen Journalisten Dawitt Isaak, der bereits seit 2001 in Eritrea im Gefängnis sitzt.

Trotz der weiterhin düsteren Menschenrechtslage in manchen Ländern der Welt, darf sich die Gruppe vor dem Hintergrund des Erreichten dennoch feiern lassen. Zum Ende sagte die Amnesty-Ortsvorsitzende Sabine Wagner-Rauh, man mache weiter, solange noch Menschen unterdrückt und ihre Meinungsfreiheit beschnitten würde. Tom Eldersch

Das nächste Treffen

der Brucker Ortsgruppe findet am Dienstag, 14. November, um 19.30 Uhr im Thomasraum des Gemeindezentrums der Gnadenkirche statt.

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