Tanja Reuter organisiert die Speed-Datings für Senioren im LiB. foto: archiv

Das aktuelle Interview

Männermangel beim Speed-Dating

Zum dritten Mal findet am kommenden Freitag im LiB-Mehrgenerationenhaus das Speed-Dating 60 plus statt. 

Fürstenfeldbruck - Bisher haben sich zwar schon etliche neue Freundschaften gebildet, aber ein Paar hat sich noch nicht gefunden – nicht zuletzt, weil immer ein deutlicher Frauen-Überschuss bestand. Das soll sich ändern, wie Projektleiterin Tanja Reuter (41) im Gespräch mit dem Tagblatt erklärt.

-Frau Reuter, wie ist das Speed-Dating für Senioren bisher angekommen?

Sehr gut. Die beiden ersten Veranstaltungen waren ausgebucht. Die Leute waren zwischen 63 und 72 Jahre alt, also bunt gemischt. Allerdings waren bisher drei Viertel Damen und nur ein Viertel Herren dabei. Das war okay, weil es den meisten Teilnehmerinnen nicht um die große Liebe ging, sondern um neue Bekanntschaften, ums Kontakte knüpfen für gemeinsame Aktivitäten. Daraus hat sich zum Beispiel ein Senioren-Stammtisch entwickelt, der sich seitdem regelmäßig einmal im Monat hier bei uns im Haus im Café trifft. Aber bei unserem nächsten Speed-Dating wollen wir es anders machen. Es soll die gleiche Anzahl Frauen und Männer anwesend sein, und es soll eben schon ums Kennenlernen für eine mögliche neue Partnerschaft gehen.

-Warum – wenn es doch bisher gut gelaufen ist?

Dazu bewegt haben uns die Männer, die sich angemeldet haben. Viele von ihnen wünschen sich eine Partnerin. Auch wenn man 60 plus ist, gibt es den großen Wunsch nach einer Beziehung. Also wollen wir es dieses Mal so machen, wie es sich für ein Speed-Dating gehört. Ich denke, da öffnet man sich anders, als wenn man lediglich jemanden für gemeinsame Unternehmungen kennenlernen möchte.

-Gibt es schon viele Anmeldungen?

Die Plätze für die Frauen sind alle vergeben, da führen wir sogar mittlerweile eine Warteliste. Aber es fehlen uns noch Männer. Wenn sich noch fünf Herren anmelden würden, das wäre ein Traum.

-Woran liegt die Zurückhaltung?

Viele Frauen vermuten, dass die Männer zu bequem sind und nicht vom Sofa hochkommen. Das stimmt aber nicht. Wenn man mit Männern darüber spricht, kommt meist die scherzhafte Aussage: Ich will ja nicht gleich wieder heiraten. Darin steckt die Befürchtung, dass sich durch das Speed-Dating irgendwelche Verpflichtungen ergeben, falls einem eine Teilnehmerin sympathisch ist. Die Männer fragen: Was muss ich im Anschluss an das Speed-Dating machen? Die Antwort ist: gar nichts. Man kann einfach gehen. Man muss sich auch kein zweites Mal treffen, wenn man nicht will. Das Ganze ist völlig unverbindlich. Es gilt die Devise: Alles kann, nichts muss.

-Wie wird der Abend gestaltet?

Wir werden unseren großen Saal wieder schön herrichten mit weiß gedeckten Tischen, angenehmer Beleuchtung und leiser Hintergrundmusik. Jeder Teilnehmer erhält eine Nummer. Namen oder andere Details werden aus Gründen des Datenschutzes nicht genannt. Die Teilnehmer haben aber im Anschluss noch die Möglichkeit, sich weiter zu unterhalten. Dabei können sie so viel von sich preisgeben, wie sie möchten. Wir legen nur den Grundstein und bieten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Interview:Ulrike Osman

Das Speed-Dating

60 plus findet am Freitag, 16. Februar, 17 bis 20.30 Uhr, im LiB-Mehrgenerationenhaus am Sulzbogen statt. Die Teilnahme kostet fünf Euro. Anmeldung unter Telefon (0 81 41) 31 66 15.

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