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„Wenn neue Leute in unsere Straße ziehen, passen sie meist wunderbar hierher“ , sagt Maria Clokey. Foto: Ulrike Osman „Mein Mann und ichladen Freunde und Nachbarn fast jedes Jahr zu einemSommerfest ein.“

Serie: Die beste Straße der Welt 

„Man ist hier Teil einer Gemeinschaft“

 Niemand kennt die Brucker Straßen so gut wie die Menschen, die in ihnen wohnen. Sie erleben sie bei Tag und Nacht. Sie wissen, wo die schönsten Ecken und gemütlichsten Läden sind. In der Serie „Die beste Straße der Welt“ erzählen Brucker, warum sie gerne in ihrer Straße leben. Heute: Maria Clokey, 54,Abt-Anselm-Straße.

Fürstenfeldbruck – Als unser zweites Kind geboren wurde, haben mein Mann und ich uns entschlossen, aus München raus aufs Land zu ziehen. Wir wünschten uns ein Haus mit einem Garten, der größer ist als ein Handtuch.

In Bruck hatte der Onkel meines Mannes, ein gelernter Maurer, schon mehrere Häuser gebaut. Eines Tages wurde zufällig eines davon frei. Wir griffen zu, obwohl es uns nicht auf Anhieb gefiel – ich erinnere mich noch an eine Natursteinmauer, die quer durch den Garten führte. Und das Haus selber war grün...

Auch innen musste einiges umgebaut werden. Ich habe kräftig mitgeholfen. Unsere Tochter Julia war damals erst ein halbes Jahr alt, lag neben mir im Henkelkorb und fand es gar nicht toll, dass ich so beschäftigt war. Eine Nachbarin hörte sie weinen, kam herüber und fragte, ob sie auf die Kleine aufpassen solle. Ihre zehnjährige Tochter hat Julia dann im Puppenwagen durch den Garten geschoben – und alle waren glücklich.

Diese tolle Nachbarschaft ist es, was mir besonders an meiner Straße gefällt. Man ist hier Teil einer Gemeinschaft. Wir achten aufeinander, ohne uns zu überwachen. Wenn ich vergessen habe, mein Garagentor zu schließen, bekomme ich sofort einen Anruf: Du, dein Garagentor ist offen. Meine Kinder sind mit den Nachbarskindern zusammen in den Kindergarten und in die Grundschule gegangen – beides übrigens ganz nah. Sogar ins Viscardi-Gymnasium konnten sie später mit dem Fahrrad fahren und waren nicht auf einen Schulbus angewiesen.

Die Infrastruktur könnte nicht besser sein. Zum nächsten Supermarkt braucht man zu Fuß zehn Minuten und im Auto eine, zum Ärztehaus und der Apotheke am Sulzbogen ebenfalls. Mit dem Auto ist man auch schnell in der Stadt. Und es gibt einen Bus, der hier ganz in der Nähe hält. Na gut, der braucht bis ins Zentrum eine dreiviertel Stunde. Aber man könnte theoretisch ohne Auto auskommen. Das wird vielleicht später einmal wichtig, wir werden ja nicht jünger.

Ebenfalls nicht weit ist es zum Veranstaltungsforum – es wurde ein Jahr, nachdem wir hergezogen waren, eröffnet. Ich habe mich so gefreut, denn ich bin kulturell sehr interessiert, und nun musste ich dafür nicht mehr nach München fahren. Ich nutze das Veranstaltungsforum aber nicht nur, um bei Kulturereignissen dabei zu sein. Ich gehe auch samstags gern zum Wochenmarkt auf dem Klostergelände.

Auf dem Wochenmarkt in der Buchenau jeden Freitagnachmittag kaufe ich ebenfalls oft ein. Der Markt gefällt mir sehr, seit der Platz umgestaltet wurde und keine Betonwüste mehr ist.

Manchmal werde ich gefragt, ob mich die Nähe zur Schule West stört – das sei doch sicher sehr laut. Natürlich toben die Kinder in den Pausen, aber das finde ich nicht schlimm. Im Gegenteil – ich bin froh, wenn’s hier lebendig ist. Und wenn um drei die Schule aus ist, ist sowieso Ruhe.

Das einzige, was ein bisschen nervt ist, dass manchmal unsere komplette Straße zugeparkt ist und man nicht mal mehr vor dem Haus halten kann, um etwas auszuladen.

Nur ein paar Schritte sind es zum Geisinger Steig und ins Grüne. Wegen des Landschaftsschutzgebiets dürfen dort nur Bungalows gebaut werden – hohe Neubauten in der Nachbarschaft haben wir also nicht zu befürchten.

Wenn neue Leute in unsere Straße ziehen, passen sie meist wunderbar hierher. Mein Mann und ich laden Freunde und Nachbarn fast jedes Jahr zu einem Sommerfest ein. Das ist gut für die Gemeinschaft – und man kann mit allen ausgiebig ratschen.

Protokoll: Ulrike Osman


Seit 17 Jahren in Bruck

Im Jahr 2000 zog Maria Clokey (54) mit ihrer Familie in die Abt-Anselm-Straße im Brucker Westen. Es ist eine ruhige Wohnstraße mit Doppelhaushälften gleich hinter der Mittelschule am Asambogen. Hier fühlt sich Maria Clokey, die Inhaberin einer Event- und PR-Agentur ist, bis heute rundum wohl. (os)




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