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Masern: Impfpflicht kommt auf leisen Sohlen

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Von: Eva Strauß

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Im Impfpass ist ein Kreuz bei der Immunisierung gegen Masern für alle nach 1970 Geborenen bald Pflicht.	foto: dpa
Im Impfpass ist ein Kreuz bei der Immunisierung gegen Masern für alle nach 1970 Geborenen bald Pflicht. © dpa

Über eine Corona-Impfpflicht wird derzeit hitzig diskutiert. Nahezu unbemerkt ist eine andere längst beschlossen: die gegen Masern. Kita- und Schulkinder, Erzieher, Lehrer und medizinisches Personal müssen ab 1. August 2022 gegen die Krankheit geimpft sein. Wer sich weigert, kann seinen Arbeitsplatz verlieren.

Landkreis – Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern gehören zu den ansteckenden Infektionskrankheiten. Das ist auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums zu lesen. Um vor allem Schul- und Kindergartenkinder davor zu schützen, ist im März 2020 das Masernschutzgesetz in Kraft getreten. Proteste gab es – anders als bei der aktuellen Diskussion über die Corona-Impfpflicht – kaum.

Eigentlich sollte die Masern-Impfpflicht bereits im Juli 2021 greifen. Doch weil die Gesundheitsämter mit der Pandemie voll ausgelastet sind, wurde dieser Termin zunächst auf den 1. Januar und nun erneut auf den 1. August dieses Jahres verschoben.

Das Masernschutzgesetz schreibt vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Krippe, den Kindergarten oder die Schule geimpft sein müssen. Auch Erzieher, Kinderpfleger und Lehrer müssen diesen Nachweis erbringen. Bei Missachtung droht Eltern eine Geldbuße von bis zu 2500 Euro. „Und im schlimmsten Fall fliegen die Kinder raus“, erklärt Martin Rattenberger, Leiter des Amtes für Jugend, Familie, Senioren, Soziales und Schulen bei der Stadt Germering.

Bereits seit März 2020 durften die städtischen Kindertagesstätten – so wie alle Träger – keine ungeimpften Kinder mehr aufnehmen. Nun habe man alle Eltern gebeten, bis Ende des Jahres die Impfnachweise vorzulegen, so Rattenberger. Und auch das Personal wurde dazu aufgefordert. Denn den Einrichtungen drohen ebenfalls Geldstrafen, sollten sie Ungeimpfte beschäftigen. Bei Neueinstellungen habe man darauf geachtet, dass die Bewerber Impfnachweise vorlegen.

Für die Kontrolle der Masernimpfpflicht sind die örtlichen Gesundheitsämter zuständig. Wie Lorenz Weigl vom Brucker Gesundheitsamt erklärt, kann die Behörde Impfverweigerern nach einer angemessenen Frist ein Zwangsgeld auferlegen. Als letztes Mittel kann ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden.

Das Masernschutzgesetz gilt auch für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Asylunterkünften, arbeiten oder dort betreut werden. Ebenso für medizinisches Personal. In der Kreisklinik sieht man der Masern-Impfpflicht gelassen entgegen, so Klinik-Sprecherin Beate Brix. Denn dort müssen bei Neuanstellungen bereits seit Längerem entsprechende Nachweise vorgelegt werden.

Hochansteckende Viruserkrankung – Ausschlag kommt mit Verzögerung

Masern ist eine Virenerkrankung mit hohem Fieber, Husten und Schnupfen. Der typische Hautausschlag bildet sich erst nach einigen Tagen. Masernviren sind hochansteckend. Beim Husten oder Niesen werden Erreger über Tröpfchen in der Luft verteilt und übertragen.

Bei etwa jedem zehnten Erkrankten treten Komplikationen auf. Durch die Schwächung des Immunsystems, kann es zu Mittelohr- oder Lungenentzündungen kommen. Besonders schwere Verläufe können zu einer Gehirnentzündung führen, die bei bis zu 20 Prozent tödlich verläuft.

„Den besten Schutz vor Masern bieten Impfungen. Sie sorgen für eine lebenslange Immunität“, heißt es auf der Homepage des Bundesgesundheitsministerium. Dabei sei es wichtig, auch die zweite Auffrischungsimpfung zu bekommen.

Das Masernschutzgesetz gilt für Menschen, die nach 1970 auf die Welt gekommen sind. Bei Älteren geht man davon aus, dass sie die Erkrankung bereits durchgemacht haben. es

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