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Für Sozialkliniken in Griechenland: Hiltraut Wurm vom Sozialforum und Gudrun Renger von der Griechenlandhilfe freuen sich über die Hilfsgüter von der Bruckerin Inge Ammon (v.l.).

Gemeinsam helfen

Medikamente für Griechenland

Fürstenfeldbruck - Mit dem griechischen Staatshaushalt ist auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung zusammengebrochen. Es fehlt an allem Um die Not zu lindern, arbeitet das Sozialform nun mit der Griechenlandhilfe Salzburg zusammen.

Eine schwangere Frau muss ihr totes Kind entbinden lassen. Doch kein Krankenhaus möchte das machen, weil die junge Frau, die zu sterben droht, nicht krankenversichert ist. Was sich wie ein schlechter Krimi anhört, ist in Griechenland Realität. Als der Österreicher Erwin Schrümpf davon erfuhr, nahm er sofort mit einem griechischen Arzt Kontakt auf. Dieser Arzt behandelte die Frau – obwohl es ihm von Rechtswegen gar nicht erlaubt ist. „Das war der Start der Griechenlandhilfe“, erzählt Gudrun Renger. Die Salzburgerin (44) war vom Sozialforum in den Bürgerpavillon eingeladen worden, um die Initiative vorzustellen.

„Wir sammeln schon seit einiger Zeit Medikamente für Griechenland. Dafür haben wir lange einen Partner gesucht und mit der Griechenlandhilfe jetzt gefunden“, erzählt Hiltraut Wurm (74) vom Sozialforum. Im Januar waren die Brucker das erste Mal nach Österreich gefahren, um Medikamente in das Lager zu bringen. Die „Professionalität und die reibungslose Organisation“ hätten sie sofort überzeugt.

Nun sollten die Bürger diese Kooperation kennen lernen. Die Griechenlandhilfe wurde vor gut drei Jahren von Schrümpf gegründet. Seitdem wurden jährlich über 8500 Arbeitsstunden geleistet und 200 Tonnen an Hilfsgütern nach Patras, Athen, Kreta und Lesbos gebracht. Die Medikamente werden dort in Sozialkliniken und Behindertenheimen verteilt.

„Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Not in Griechenland herrscht“, erzählt Renger. Mehr als drei Millionen Menschen seien nicht krankenversichert und durch den medizinischen Engpass würden „so gut wie ausgerottete Krankheiten“ wieder auftreten.

In den vergangenen Monaten ist Griechenland und vor allem die Insel Lesbos aber zum Inbegriff der Flüchtlingswelle geworden. Nun kommt natürlich die Frage auf, ob die Bevölkerung bei der Dauerversorgung der Flüchtlinge Neid verspürt? „Auf gar keinen Fall“, meint Renger. Es sei auffällig, dass die Flüchtlinge von der Bevölkerung nicht als „Refugees“, sondern als „Guests“ bezeichnet werden. Dieser kleine Unterschied zeige, wie hilfsbereit die Griechen trotz ihrer schlechten Lage seien.

Damit das Volk versorgt werden kann, werden das Sozialforum und die Griechenlandhilfe Salzburg den Bedarf ermitteln. „So können wir erkennen, welche Medikamente gebraucht werden“, erklärt der Brucker Hans-Jürgen Buber (65). Diese Produkte werden dann in Österreich vor dem Transport überprüft. Sie müssen mindestens noch sechs Monate haltbar, originalverpackt und ungeöffnet sein.

Schon vor dem Vortrag brachten viele Brucker Hilfsgüter. Als Dank dafür gab’s einen griechischen Imbiss mit Oliven, Tzatziki und Schafskäse. Zudem wurden griechische Produkte verkauft. Die Einnahmen gehen laut Gudrun Renger genau wie Medikamente und Hilfsgüter komplett an die Sozialkliniken in Griechenland.

von Tim Grübl

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