Zuwachs für die Geburtsstation: Chefarzt Dr. Moritz Schwoerer (r.) konnte Dr. Henrik Rebhan (l.) und Dr. Mohammed Massarue als Belegärzte gewinnen.

Krankenhaus Bruck

Mehr Geburten dank neuer Ärzte im Klinikum Fürstenfeldbruck

Immer mehr Geburtsstationen schließen. Davon profitiert das Brucker Krankenhaus, das diesen Trend nicht mitgehen will. Dank neuer Belegärzte rechnet die Klinik mit steigenden Geburtenzahlen.

Fürstenfeldbruck – Während immer mehr kleinere Kliniken ihre Geburtsstationen schließen, baut das Brucker Krankenhaus sein Angebot aus: Seit Oktober bringen zusätzlich zum festen Personal zwei Belegärzte die Babys ihrer Patientinnen in der Amperstadt zur Welt. Die Resonanz ist positiv.

Dr. Hendrik Rebhan und Dr. Mohammed Massarue waren zuvor in der Wolfartklinik in Gräfelfing. Dort leisteten sie Geburtshilfe und führten Operationen durch. Nachdem die Klinik ihre Geburtshilfe schließen musste, suchten sie eine Alternative. „Wir sind mit Leib und Seele Geburtshelfer“, sagt Dr. Rebhan. Mehrere Krankenhäuser hätten um sie gebuhlt. „Fürstenfeldbruck hat das beste Gesamtkonzept geboten.“ Und da es auch eine Hauptabteilung gebe, sei die Versorgung der Patientinnen besser.

Den Kontakt zu Chefarzt Dr. Moritz Schwoerer – den beide Ärzte schon kannten – knüpfte Dr. Massarue. Er wollte sich nach dem Aus in der Wolfartklinik nicht auf seine Praxis in Germering beschränken. „Die Belegarzt-Tätigkeit ist eine Bereicherung“, sagt der 56-Jährige, der selbst drei Kinder hat. Bei der Brucker Klinikleitung rannten sie offene Türen ein: „Uns ist eine gute Kooperation mit den Belegärzten wichtig“, sagt Dr. Schwoerer. „Eine Geburtshilfe mit gutem Ruf färbt auf das ganze Krankenhaus ab.“ Zudem sei das Belegarzt-System in Bayern üblich, ergänzt Klinik-Leiter Alfons Groitl.

Beide Gynäkologen betreuen ihre Patientinnen in ihren Praxen in Germering und Gilching. Die schwangeren Frauen kommen vier bis fünf Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Erstvorstellung in die Klinik. Dort wird alles Wichtige rund um die Geburt besprochen. Setzen die Wehen ein, hält die Hebamme den Arzt auf dem Laufenden, so dass er rechtzeitig zur Entbindung im Krankenhaus ist. Sollte es einmal nicht klappen, übernimmt das stationäre Ärzteteam der Frauenklinik. Auch die Visite bis zur Entlassung übernehmen die Belegärzte. „Es gibt Frauen mit großem Bedürfnis nach Betreuung durch eine Person“, sagt Dr. Rebhan. „Und man kann eine schönere Geburtshilfe machen, wenn man die Patientin kennt.“ Der 49-Jährige, ebenfalls dreifacher Vater, hat seine Praxis in Gilching. Er möchte seine Patientinnen von der Starnberger Klinik verstärkt nach Bruck locken.

Die Resonanz ist positiv – bei Patientinnen, aber auch beim Klinikpersonal. Und auch die Geburtenzahl, die derzeit bei rund 650 im Jahr liegt, steigt. „Wenn wir die Zahlen des ersten Quartals hochrechnen, könnten es über 700 Geburten werden“, schätzt Groitl.

Man sei offen, sollten weitere Belegärzte anfragen – wenn die Chemie stimmt. Denn den Trend, dass immer mehr Geburtshäuser schließen, will man in Bruck nicht mitgehen. Betroffen seien da eher die kleineren Häuser auf dem Land und in München. Entweder fehlt der Nachwuchs bei den Ärzten, da die Haftpflichtversicherung sehr hoch ist. Oder es gibt nicht mehr genug Hebammen – auch sie haben das Versicherungsproblem. In Bruck gibt es derzeit sieben freiberufliche Hebammen. Im Normalfall betreut eine Hebamme eine Geburt, betont Dr. Schwoerer. Das würden die Patientinnen schätzen.

Operationen führen beide Belegärzte noch in der Wolfartklinik durch. Doch auch hier denken sie über einen Wechsel nach Bruck nach. Platz genug wäre in den Operationssälen, sagt Alfons Groitl. Noch im April kommt ein weiterer Saal dazu. (Ingrid Zeilinger)

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