Fahrräder und Abstellplätze
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Nicht mehr ausreichend? Neben dem Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof gibt es überdachte Radstellplätze. Sie sollen erweitert werden.

Moderne Stellplätze

Mehr Platz für Räder am Fürstenfeldbrucker Bahnhof

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Der Brucker Bahnhof soll für Radfahrer attraktiver werden. Nicht nur durch mehr, sondern auch modernere und sicherere Abstellmöglichkeiten. Und das auch noch für wenig Geld.

Fürstenfeldbruck – Dennoch hatten die Verfechter des Rades im Stadtrat Einwände gegen die Pläne aus dem Rathaus. Die Verbesserung der Parksituation für Fahrräder am Stadtbahnhof ist Teil der Bike-and-Ride-Offensive der Deutschen Bahn und des Umweltministeriums. Diese stellen viel Fördergeld zur Verfügung, um Bahnhöfe im ganzen Land mit zusätzlichen Stellplätzen auszustatten. In Kombination mit anderen staatlichen Förderprogrammen werden Kommunen teilweise bis zu 90 Prozent der Errichtungskosten erstattet. Auch die Stadt Fürstenfeldbruck will das Programm nutzen, das so lange läuft, bis bundesweit die Zielmarke von 100 000 neuen Radstellplätzen an Bahnhöfen erreicht ist.

Grundsätzlich begrüßten das die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Tiefbau. Doch an den Vorschlägen zur praktischen Umsetzung gab es Kritik. Konkret geht es um die Fläche am Stockmeierweg, direkt an der Unterführung zu den Gleisen. Dort gibt es bereits ebenerdige, überdachte Stellplätze für 192 Fahrräder. Der Vorschlag der Verwaltung hatte vorgesehen, diesen Bereich aufzustocken. Dank Doppelstockparkern hätten dort dann 320 Räder Platz.

Parken in zweiter Etage erfordert viel Kraft

Der Haken an dieser Idee: Es würden 32 ebenerdige Stellplätze wegfallen. Karin Geisler (Grüne) forderte deshalb: „Lasst die Stellplätze an der Stelle, wie sie sind.“ Die Fahrräder in der zweiten Etage abzustellen, erfordere einen gewissen Kraftaufwand – auch bei den neueren Modellen von Doppelstockparkern. Diesen Aufwand würden viele scheuen oder könnten ihn teils gar nicht bewältigen. Auch Thomas Brückner (Grüne) hat das bereits an anderen Standorten beobachtet: „Die oberen Stellplätze sind da größtenteils leer.“

Brückner machte im Ausschuss einen viel weiter reichenden Vorschlag. Er skizzierte die Pläne für ein zweistöckiges Fahrradparkhaus, das sowohl vom Stockmeierweg als auch von der höher gelegenen Bahnhofstraße angefahren werden könnte. Doch dafür gebe es dann keine Förderungen mehr von der Bahn, erklärte die Fahrradbeauftragte der Stadt, Claudia Gessner. Und auch Christian Götz (BBV) merkte an: „Es muss finanzierbar sein.“ Das Förderprogramm der Bahn sei da ein „sehr verlockendes Angebot“.

Stellplätze woanders erweitern

Statt am Stockmeierweg will man nun in einem anderen Bereich die Zahl der Fahrradstellplätze erhöhen: auf dem großen Park-and-Ride-Parkplatz am Fuß der Treppe, die zum Bahnhof hinaufführt. Diesem Vorschlag stimmte der Ausschuss mit großer Mehrheit zu.

Doch es sollen nicht nur mehr Stellplätze am Bahnhof entstehen, ein Teil künftig auch besser gesichert sein. Gerade in Zeiten, in denen viele auf ein E-Bike umsteigen, will man sein teures Fahrrad nicht einfach nur an einem Metallbügel abschließen. Deshalb soll auch eine so genannte Sammelschließanlage – eine Art Garage, die nur per PIN-Code oder Smartphone-App zu öffnen ist – für bis zu 96 Räder gebaut werden. Diese wäre förderfähig.

Die Stadtverwaltung nannte als möglichen Standort den Parkplatz an der Bahnhofstraße westlich des Bahnhofes. Die erste Kostenschätzung dafür beläuft sich auf 576 000 Euro. Dass dieser Wert allerdings realistisch ist, glaubte kaum jemand im Ausschuss. Auch die Fahrradbeauftragte Claudia Gessner betonte, dass der Preis wohl noch um einiges sinken würde. Die Verwaltung soll jetzt in Zusammenarbeit mit der Bahn die Möglichkeiten zur Umsetzung prüfen.

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