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Mein erstes Jahr im Bundestag: SPD-Abgeordneter zieht Bilanz

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Michael Schrodigefällt die Arbeit im Bundestag.

„Die zwölf Apostel“ oder „das dreckige Dutzend“: Zwei nicht ganz so charmante Spitznamen, aber Michael Schrodi (41) kann darüber lachen. Seit einem Jahr sitzt der Olchinger für die SPD im Bundestag. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Dachau/Fürstenfeldbruck –  „Persönlich geht es mir wahnsinnig gut, ich hab mich sehr schnell eingelebt“, sagt er. Das „desaströse Ergebnis“ bei der Landtagswahl macht aber auch Schrodi große Sorgen. Gemeinsam mit elf anderen jungen Bundestagsabgeordneten hat er sich deshalb zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die eine Erneuerung der SPD fordert. Daher auch der Spitzname.

„Wir brauchen wieder ein eigenes Profil“, sagt er. Im Wahlkampf hätte die SPD klarer Themen setzen müssen. Auch in der Bundespolitik seien Fehler passiert, gesteht Schrodi ein – etwa im Umgang mit der Personalie Hans-Georg Maaßen.

Michael Schrodi sitzt im Bundestag im Finanz- und im Umweltausschuss. Dort ist er unter anderem für das Familienentlastungsgesetz zuständig, das eine Erhöhung des Kindergeldes und Steuererleichterungen für Familien vorsieht. Außerdem betreut er die Grundsteuerreform. „Ich mache mich dafür stark, dass die Grundsteuer erhalten bleibt, weil sie wichtig für die Kommunen ist“, sagt er. Langfristig will Schrodi an einem Konzept zur Verkehrswende mitarbeiten und sich für ein gerechteres Steuersystem einsetzten.

Schrodi ist sich aber gar nicht sicher, ob die Große Koalition überhaupt bis zum Ende der Legislaturperiode durchhält. „2019 müssen wir schauen, ob wir unsere Inhalte mit der Union noch durchsetzen können oder nicht“, sagt er. Eine wichtige Rolle spielt für ihn auch, wie es mit Innenminister Seehofer weitergeht. „So wie er jetzt Politik macht, ist er eigentlich nicht tragbar.“ Sollte es Neuwahlen geben, wäre Schrodi dafür, eine Regierungskoalition mit den Grünen und der Linkspartei anzustreben. „Das wäre die bessere Alternative.“ CLAUDIA SCHURI

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