Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Tango, Langsamer Walzer, Slow Foxtrott, Wiener Walzer und Quickstep: Diese fünf Tänze präsentieren die Paare bei den Bayerischen Meisterschaften im Standardtanz. Als Favoriten in der Hauptgruppe gelten Anton Skuratoy und Alona Uehlin. 

Wettbewerb in Bruck

Meister des Parketts tanzen im Stadtsaal

Fürstenfeldbruck - Der Stadtsaal wird am Samstag zum Tanzsaal. Denn dann finden zum ersten Mal in Bruck die Bayerischen Meisterschaften im Standardtanz statt. 

In der höchsten Leistungsklasse messen sich Paare aus dem gesamten Freistaat in den fünf Disziplinen Langsamer Walzer, Tango, Slow Foxtrott, Wiener Walzer und Quickstep.

Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom TSC Alemana Puchheim und dem TTC München. „Das ist eine Wahnsinnsarbeit“, erklärt TSC-Vorsitzender Georg Stockinger die Zusammenarbeit mit dem Nachbarverein. Die Vorbereitungen laufen seit einem dreiviertel Jahr.

Es treten Paare in zwei Altersklassen an: Die Hauptgruppe umfasst Teilnehmer zwischen 19 und 29 Jahren, die „Senioren I“ sind die nächstältere Gruppe. Da die Anmeldefrist erst kurz vor dem Turnier abläuft, lässt sich die genaue Teilnehmerzahl noch nicht sagen. Stockinger rechnet aber mit etwa 30 Paaren in der Senioren-Gruppe und 20 Paaren in der Hauptgruppe – darunter die Favoriten Anton Skuratov und Alona Uehlin. Die beiden 26-jährigen Münchner tanzen seit zehn Jahren zusammen und sind mehrfache Bayerische und Deutsche Meister. Erst vor wenigen Tagen wurden sie in China Weltmeister im Showdance Standard.

Die Zuschauer im Stadtsaal erwartet ein wahres Feuerwerk an Tanzkunst. Was leicht und schwebend aussieht und stets mit strahlendem Lächeln absolviert wird, ist in Wirklichkeit härtestes Workout. „90 Sekunden Quickstep sind so anstrengend wie ein 800-Meter-Lauf“, sagt Georg Stockinger. Kein Wunder also, dass das Seniorenalter beim Tanzen bereits mit 30 Jahren beginnt.

Am Samstag geht’s um 19 Uhr im Stadtsaal los. Zuerst starten die Senioren, ab 22 Uhr ist die Hauptgruppe dran. Der Wettbewerb unterteilt sich in mehrere Runden, wobei sich die Zahl der Teilnehmer immer weiter reduziert. In Finale tanzen jeweils sechs Paare um den Sieg.

Angereichert wird der Abend mit zwei Showeinlagen der Bayerischen Meister in den Lateinamerikanischen Tänzen 2016 und der Vizeweltmeister Kür Standard 2015. Bei letzteren handelt es sich um niemand anderen als Skuratov und Uehlin, die zu diesem Zeitpunkt ihren Wettkampfauftritt schon hinter sich haben. „Sie tanzen eine schöne Kür zur Musik von Michael Jackson“, verrät Stockinger. Und wen es dann nicht mehr auf dem Sitz hält, der braucht sich keinen Zwang anzutun – während der Pausen dürfen die Zuschauer auf die Tanzfläche.

Vom immerhin 200 Mitglieder starken TSC aus Puchheim wird vermutlich niemand im Wettbewerb antreten. „Wir haben sehr gute Turnierpaare, aber sie tanzen bereits in der Senioren-Gruppe II“, so der Vorsitzende. Die Tänzer haben ein Nachwuchsproblem und chronischen Männermangel. Durch den Nachmittagsunterricht an den Schulen bleibe Jugendlichen kaum noch Zeit fürs Training, bedauert Stockinger. Und Jungen würden sich nur schwer für Walzer und Foxtrott begeistern lassen. „Dabei ist Tanzen das Schönste, was Beine machen können“, so der 56-Jährige.

Er selbst kommt allerdings auch viel zu wenig dazu. Daran ist nicht nur die Verwaltungsarbeit im Verein schuld, sondern auch seine Tätigkeit in der Kommunalpolitik. Stockinger kandidierte 2008 für die Freien Wähler als Landrat und sechs Jahre später als Brucker OB. Seit 2014 sitzt er im Stadtrat. Wenn er in dieser Funktion Jubilaren zu runden Geburtstagen gratuliert, hört er immer wieder, dass sich die älteren Paare in der Mehrzahl beim Tanzen kennengelernt haben. Das wäre heute kaum noch möglich. „Früher gab es in Bruck fünf Tanzlokale, davon ist keins übrig“, bedauert er. Dennoch ist das Interesse zumindest am Zuschauen groß. Die Karten für Samstag sind längst alle vergriffen – „und wir hätten nochmal so viele verkaufen können“.

von Ulrike Osman

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