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Hat auch einen Auftritt: Regisseur Matthias Weber. 

Das aktuelle Interview 

„Mich als Regisseur interessiert das Familiendrama“

 Im Sommer gastiert traditionell das Theater 5 in den Räumen der Neuen Bühne Bruck. 

Fürstenfeldbruck –Heuer zeigt die Gruppe mit „Wassa Schelesnowa“ ein Stück von Maxim Gorki aus dem Jahr 1935. Premiere ist am kommenden Freitag, 30. Juni, um 20 Uhr. Regisseur Matthias Weber, 51, erklärt im Interview, was die Zuschauer erwartet und warum er dieses Stück ausgewählt hat.

-Ein „schwerer Russe“ als Sommerstück – könnte das nicht etwas abschreckend wirken?

Das finde ich nicht. Maxim Gorkis Art zu schreiben wirkt sehr gegenwartsnah, stellenweise liest sich das Stück wie ein Krimi. Die Geschichte wird stringent erzählt und ist spannend.

-Worum geht es?

Im Zentrum steht eine starke, unerbittliche Frau, die Chefin eines Familienunternehmens. Ihr kleiner Enkel soll die Reederei einst erben. Doch seine Mutter ist eine gesuchte Revolutionärin und will ihren Sohn ins sichere Ausland bringen. Es kommt zur Konfrontation zwischen den beiden Frauen. Hier werden dann die Fragen verhandelt, die auch unsere Zeit betreffen: Opfern wir dem Kapital alle menschlichen Werte, oder stoppen wir die Ausbeutung aller Ressourcen und suchen nach Alternativen?

-Warum haben Sie gerade dieses Stück ausgewählt?

Vor allem, weil ich mit Eva-Maria Gruber eine tolle Darstellerin für die Titelrolle habe. Außerdem beinhaltet das Stück viele interessante Charaktere, keine Figur ist langweilig. Und es greift aktuelle Themen auf, etwa das Problem der sozialen Ungleichheit – auch wenn der Hintergrund zu Gorkis Zeit ein anderer war.

-Was würde Gorki wohl zu Ihrer Inszenierung sagen?

Vielleicht würde er sich wünschen, dass der revolutionäre Aspekt stärker betont wird. Aber ich glaube, insgesamt wäre er zufrieden. Mich als Regisseur interessiert an dem Stück vor allem das Familiendrama. Da ist diese Frau, die den Familienclan scheinbar im Griff hat – bis zu einer überraschenden Wendung. Aber ich will nicht zu viel verraten.

-Unter den Schauspielern sind viele bekannte Namen, aber auch drei neue...

Die erst 16-jährige Leandra Frey kommt vom Improtheater des Viscardi-Gymnasiums und ist eine tolle Entdeckung. Eloise Sanders kam über unser langjähriges Mitglied Aline Pronnet zu uns. Für Marita Kuhn ist es der erste Auftritt als Schauspielerin. Sie macht die Öffentlichkeitsarbeit des Veranstaltungsforums und hat Bühnenerfahrung bisher nur als Musikerin im Ensemble Roggenstein. Und ich selber habe auch einen kleinen Auftritt – fast wie Hitchcock in seinen Filmen.

Das Gespräch führte Ulrike Osman.

Die Premiere

ist am Freitag, 30. Juni, um 20 Uhr im Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Weitere Vorstellungen: Sonntag, 2. Juli, Freitag, 7. Juli, Sonntag, 9. Juli, Donnerstag, 13. Juli, Montag 17. Juli, und Samstag, 22. Juli, jeweils um 20 Uhr. Kartenvorverkauf beim Kartenservice Fürstenfeld unter Telefon (0 81 41) 6 66 54 44 und beim Amperkurier unter Telefon (0 81 41) 35 54 40.

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