In Bruck

Militärlaster – Schutzschilde und Attraktion

Erstmals hat die Stadt querstehende Lastwagen und Blumenkübel am Marktsonntag aufstellen lassen, um Besucher vor möglichen Anschlägen zu schützen. Manche finden die Maßnahme übertrieben. Andere dagegen freuen sich über die historischen Fahrzeuge.

Fürstenfeldbruck – Der Terror hat auch in Fürstenfeldbruck Spuren hinterlassen. Auf dem Volksfest, das am Freitag begonnen hat, werden neue Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um die Besucher vor möglichen Bedrohungen zu schützen. Unter anderem kontrollieren Security-Mitarbeiter am Eingang teils die Taschen der Besucher. Und am Marktsonntag hat man die Zugänge zur Brucker Innenstadt mit alten Bundeswehrfahrzeugen versperrt, um einen Anschlag durch einen Lkw zu verhindern.

Die „Reservisten-Arbeitsgemeinschaft (RAG) Historische Bundeswehrfahrzeuge“ stellte die Militär-Oldtimer zur Verfügung. Der Vorteil der alten Lastwagen liegt auf der Hand. Sie sind mobil und können so im Notfall für Einsatzkräfte der Polizei oder der Feuerwehr schnell aus dem Weg geräumt werden. Außerdem hat man an anderen Zufahrten hüfthohe Betonpflanzkübel und Absperrgitter aufgestellt. Hinzu kommen mehrere Sicherheitskräfte, die ihre Runden über den Verkaufsbereich drehen.

Gleichwohl haben die seltenen Trucks der Bundeswehr am Sonntag auch viele Schaulustige und Interessierte angelockt. Dem Brucker Andreas Kraus sind die Bundeswehrfahrzeuge sofort aufgefallen: „Es ist schade, dass solche Maßnahmen nötig sind, aber mit Trucks ist es hübscher, als wenn man nur Zäune aufgestellt hätte“, sagt er. Der 37-Jährige ist mit Frau und Tochter unterwegs. Er fühlt sich durch das neue Sicherheitskonzept sicherer. Dennoch sagt er: „Solch ein Aufwand ist wohl eher was für Veranstaltungen in München. Ich glaube nicht, dass in Fürstenfeldbruck etwas passiert.“

Auch Christina Heckmann aus Bruck hat die Neuerungen hinsichtlich der Sicherheit bereits auf dem Volksfest bemerkt. Sie habe kein Problem damit, ihre Tasche überprüfen zu lassen, „doch für den Marktsonntag finde ich so eine strenge Kontrolle übertrieben“, sagt sie. Die Versicherungsangestellte fühlt sich von den Militärfahrzeugen gut geschützt. „Man muss aber die Kirche im Dorf lassen, passieren kann immer irgendwas, das heißt aber nicht, dass man deswegen nicht mehr vor die Tür gehen sollte“, sagt sie.

Maria Ries aus Fürstenfeldbruck findet die Aktion mit den LKW-Oldtimern Klasse. Sie hat davon in der Zeitung gelesen und ist unter anderem wegen ihnen zum Marktsonntag gekommen. „Ich finde, es passt auch super zur Bundeswehrstadt Bruck, dass sie alte Militärfahrzeuge als Barrikade genommen haben“, sagt sie. Ihr sind die patrouillierenden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aufgefallen. „Besser, sie lassen die unauffälliger gekleideten Sicherheitsmänner über den Marktsonntag laufen als Polizisten in Uniform, denn das würde nur unnötig für Unruhe sorgen.“ Sie meint, zu viele Sicherheitsmaßnahmen würden eher Angst schüren, als dass sie nutzen. (tel)

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