Es ist eines der ältesten Rituale der Menschheit : das Räuchern. Das Bild zeigt ein Mitglied der Brucker Perchten bei der Durchführung des Brauchs.  TB-Foto: Dieter Rührold
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Es ist eines der ältesten Rituale der Menschheit : das Räuchern. Das Bild zeigt ein Mitglied der Brucker Perchten bei der Durchführung des Brauchs.

Brucker Perchten

Mit Räuchern Altes hinter sich lassen

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Zu den Rauhnächten gehört das Räuchern. Als eines der ältesten Rituale praktizierten die Menschen es besonders zur Wintersonnenwende, an Weihnachten, Silvester und an Heilig Dreikönig – dem Tag, an dem sich der Brauch bis heute gehalten hat. Denn wäre nicht Corona, würden die Sternsinger mit Weihrauch vor der Tür stehen.

Fürstenfeldbruck – Unsere Vorfahren schrieben dem Räucherwerk eine reinigende Wirkung zu. Außerdem sollte es böse Geister vertreiben. Auf Bauernhöfen wurden Stube und Stall gleichermaßen ausgeräuchert – auch, um den Beginn eines neues Jahres zu feiern, mit schlechten Erinnerungen abzuschließen und zuversichtlich nach vorne zu schauen.

Das Räuchern sollte die Menschen dabei unterstützen, Altes hinter sich zu lassen und zur Ruhe zu kommen. Was man damals instinktiv wusste, bestätigt heute die Geruchsforschung. Düfte wirken direkt auf die Seele, wecken Erinnerungen und bringen damit verknüpfte Gefühle zurück.

Für den Ablauf des Rituals gibt es keine festen Vorgaben. Das Räucherwerk kann nach individueller Vorliebe gewählt werden, ob fertige Mischung oder Einzelduft. Der Brauchtumsverein Brucker Perchten und Rauhnachtsgsindel hat in einer „Kleinen Räucherkunde“ zusammengestellt, was Düfte bewirken können. So sagt man Weihrauch eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung nach. Kamille soll ausgleichen, Lavendel beruhigen.

Von der Gewürzpflanze Dost (Oregano) heißt es, dass sie aufmuntert, besänftigt und die Nerven stärkt, während Orangenschalen für Aufmerksamkeit, Konzentration und Ausgeglichenheit sorgen können. Wer Aufheiterung und Anregung sucht, sollte zu Rosmarin greifen. Der Pfefferminze wird eine belebende Wirkung zugeschrieben, der Wacholderbeere eine entspannende.

Benötigt werden eine feuerfeste Schale, Sand, Räucherkohle, eine Zange und das gewählte Räucherwerk. Die Kohle kann man über einer Kerzenflamme anzünden und anschließend auf den Sand in der Räucherschale legen. Sobald sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat, wird das Räucherwerk aufgelegt. Der Rauch lässt sich mit Hilfe einer Feder oder mit dem Handrücken im Raum verteilen. Tipp der Brucker Perchten: Nach dem Räuchern unbedingt gut lüften, damit alles Negative nach draußen abziehen kann.  os

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