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Eindruck von der letzten Demo.

Kundgebung am Freitag 

Protest-Aktion in München: Mit Schul-Befreiung zur Klima-Demo

Am Freitag demonstrieren wieder Schüler am Münchner Marienplatz für den Klimaschutz. Aus zwei Schulen im Landkreis werden ganze Trupps dabei sein.

Fürstenfeldbruck – Alleine aus dem Brucker Viscardi-Gymnasium wollen bis zu 200 Schüler teilnehmen. Um keinen Ärger wegen Schwänzens zu bekommen, arbeiten sie mit einem legalen Trick. 

Wer für die Demo „Fridays for Future“ Schule schwänzt, muss mit Konsequenzen rechnen. Aus diesem Grund hat Lena Sabokat, Schülersprecherin am Viscardi-Gymnasium, einen Deal mit Direktor Walter Zellmeier ausgehandelt. Denn es gibt die Möglichkeit, sich in besonderen Fällen beurlauben zu lassen. Diesen Weg ist vergangene Woche schon ein politisch engagierter Schüler gegangen, bestätigt Zellmeier. „Den Antrag haben wir genehmigt.“

Inzwischen liegen für morgen 150 bis 200 Anträge im Sekretariat. „Wir werden sie prüfen“, kündigt Zellmeier an. Wenn nicht eine Schulaufgabe oder andere Gründe dagegen sprechen, können die Jugendlichen mit einer Befreiung rechnen. „Wir versuchen, nicht brachial auf ein zeitlich begrenztes Engagement einzuwirken.“ Wer ohne Freigabe schwänzt, muss mit Konsequenzen rechnen.

Plakate im Gymnasium

„Wir von der SVM finden das ziemlich kulant“, sagt Lena Sabokat. Über soziale Netzwerke und Flugblätter hat sie Mitschüler informiert. Die Demo soll eine einmalige Aktion bleiben. Jetzt werden Streikplakate gemalt, und am Freitag steigen die Schüler gemeinsam in die S-Bahn.

Auch Lukas Dexle (17) und Judith Hartleif (16) vomGymnasium Olching werden mit vielen Schülern vor allem aus der Q11 und Q12 bei der Demo dabei sein. „Es geht darum, gehört zu werden und auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen“, sagt Q11-Stufensprecher Dexle. Man wolle nicht schulfrei machen, sondern Mitverantwortung zeigen. Deshalb haben er und Hartleif die Werbetrommel bei ihren Mitschülern gerührt.

Die Schulleitung ist eingeweiht. Wer an der Demo teilnehmen will, muss einen von den Eltern unterschriebenen Befreiungsantrag stellen, bestätigt Vize-Schulleiter Thomas Schranner. Sie dürfen erst nach der zweiten Stunde gehen. „Den Stoff müssen wir natürlich nachholen“, sagt Hartleif. Zudem haben die Demo-Teilnehmer mit der Schulleitung vereinbart, über die Eindrücke der Demo und ihre Intention zu sprechen. „Wir überlegen, die gemalten Plakate und Fotos in der Aula auszustellen“, sagt Thomas Schranner. Man wolle die Aktion auf breitere Beine stellen. Ein Lehrer will zudem ein Projekt zum Thema Klima-Schutz mit der Oberstufe machen.

Für die Olchinger Schüler ist es die erste Demo. „Es gibt die Idee, das aber öfter durchzuführen“, sagt Dexle. Allerdings nur in Abstimmung mit der Schulleitung, ergänzt Judith Hartlife. „Es wäre blöd, wenn man deswegen Klausuren verpassen würde.“

Mit dem SUV zur Schule und dann zur Demo

Auch an der FOS/BOS haben Schüler Befreiungsanträge gestellt. „Die haben wir aber nicht genehmigt“, sagt Leiterin Monika Pfahler. Wer vergangenen Freitag trotzdem in München war, dem wurde ein unentschuldigter Fehltag eingetragen. 

Das Engagement für den Klimaschutz sei begrüßenswert, sagt Georg Baptist, der das Gymnasium in Puchheim leitet. Doch dass Schüler dafür schwänzen, toleriert er nicht. „Da geht die Glaubwürdigkeit des Engagements für den Umweltschutz verloren.“ Bereits im Vorfeld des Streiks am vergangenen Freitag hätten Schüler nach einer Befreiung gefragt. „Das habe ich abgelehnt.“ Baptist sah sich am Montag die Abwesenheitslisten genau an. Und tatsächlich hatte eine Schülerin geschwänzt. Die Konsequenz: Sie muss beim nächsten „Ramadama“ der Stadt Puchheim mit anpacken. 

Knapp 30 Schüler vom Germeringer Carl-Spitzweg-Gymnasium waren dem letzten Demo-Aufruf gefolgt. Direktor Georg Gebhard hat seine Q11 gestern zur Versammlung gebeten. „Die Schüler können sich nicht von den Eltern mit dem SUV zur Schule fahren lassen und dann für den Klimaschutz demonstrieren“ Das Demonstrationsrecht und das eigene Verhalten müssten schon zusammen passen. Seinen Zöglingen erklärte er, dass bei einer möglichen Leistungserhebung null Punkte drohen. Den ausgefallenen Unterricht müssen sie nachholen. Auch 35 Jugendliche vom Max-Born-Gymnasium in Germering waren bei der Demo. Sie hatten das angekündigt. „Ich konnte sie nicht einfach befreien“, sagt Direktor Robert Christoph. Konsequenzen müssen die Streiker nicht fürchten – außer einem Nachsitztermin. Es sei ein Spagat: „Wir wollen Jugendliche zu mündigen Bürgern erziehen, aber es gibt auch die Schulpflicht. (seo/imu)

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