Endlich wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Beim Theaterworkshop des Vereins Turmgeflüster konnten die Nachwuchsschauspieler wieder ihrem Hobby nachgehen – wenn auch mit Maske und Abstand. 
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Endlich wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Beim Theaterworkshop des Vereins Turmgeflüster konnten die Nachwuchsschauspieler wieder ihrem Hobby nachgehen – wenn auch mit Maske und Abstand. 

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Mit Theatertraining endet die Corona-Pause

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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Nach dem Corona-Lockdown endlich wieder gemeinsam spielen und kreativ sein: Unter diesem Motto stand die Theaterwerkstatt des Vereins Turmgeflüster. Dabei drehte sich alles um den englischen Theaterautor William Shakespeare.

Fürstenfeldbruck – Seit 2007 organisiert der Verein Turmgeflüster in den Osterferien eine Theaterwoche. Wegen der Corona-Pandemie musste sie zunächst abgesagt werden – doch nun ließen die Lockerungen gemeinsames Schauspieltraining zu. Und so kehrte wieder Leben ins Vereinsheim „Kanal 28“ an der Bullachstraße ein.

Mit Masken, Hygienekonzept und Übungen, die extra an das Abstandhalten angepasst wurden, trafen sich die jungen Theater-Fans um die Lese- und Literaturpädagogin Christine Dietzinger. „Im neuesten Prospekt des Londoner Globe Theaters tragen die Schauspieler auch alle eine Maske. Wenn die das können, dann können wir das auch“, motivierte die 63-Jährige Franziska (19), Pauline (19), Johanna (11), Zoé (13) und Lea (11).

Improvisationsspiele, Sprechübungen und Rollenfindung: Die Tagesordnung des Workshops, der ganz im Zeichen des berühmten englischen Dramatikers William Shakespeare stand, bot den Mädchen allerhand Theaterpraxis. Vor allem das Aufeinander-Achten war Dietzinger wichtig. In einer Übung liefen die Mädchen kreuz und quer durch den Raum und sollten stehen bleiben, sobald dies eine Kollegin tat. „Theaterarbeit ist Gruppenarbeit“, erklärte Dietzinger. „Es ist wichtig, dass sich die Spieler gegenseitig unterstützen und das Vertrauen und die Aufmerksamkeit schulen.“ Denn schließlich würde es zu nichts führen, wenn ein Einziger auf der Bühne glänze und die Schauspiel-Kollegen links liegen lasse.

Das Gehen und plötzliche Stehenbleiben forderte nicht nur die Workshop-Teilnehmerinnen heraus – auch Hundedame Happy, die die 19-jährige Pauline zum Workshop begleitete, war ganz aufgeregt, lief zwischen den Mädchen umher und sorgte für Lacher. Als hätte die Hündin den Sinn des Workshops verstanden, legte sie sich nach der kurzen Aufregung zu den Requisiten – auf ein edles Sofa, neben ihr die für England typischen Kekse und ein Kissen mit dem Muster der britischen Flagge.

Improvisation steht bei Christine Dietzinger an oberster Stelle und somit auch in der Theaterwerkstatt. „Der erste Impuls ist wichtig“, erklärte sie den jungen Schauspielerinnen. „Ihr müsst das Gehirn ausschalten und nicht nachdenken.“ In einem auf der Bühne dargestellten Standbild sollten die Mädchen in einer Übung jeweils einen selbstbestimmten Gegenstand nachahmen und in dieser Position verharren. „Ich bin ein Baum“, sagte die 11-jährige Lea und trat auf die Bühne. „Und ich bin die Axt“, sagte Franziska und stellte sich neben sie. „Ich bin eine Wiese“, sprach Anita Dietzinger, die ihre Mutter in der Theaterwerkstatt unterstützt, und legte sich auf den Boden der Bühne. So fügte sich nach und nach ein Bild zusammen.

„Improvisationstheater ist eigentlich Theatersport“, sagte die 34-jährige Theaterpädagogin im Anschluss der Übung. Die Teilnehmerinnen stimmten ihr zu. „Man kann seinen Gedanken freien Lauf lassen“, meinte die 13-jährige Zoé, die seit zehn Jahren bei verschiedensten Veranstaltungen des Vereins Turmgeflüster mitmacht. Auch Johanna und Lea, die das erste Mal an der Theaterwerkstatt teilnahmen, waren begeistert. „In der Schule muss man immer aufpassen, was man sagt, und hier kann man einfach drauflos sprechen.“

Auf den langen und ereignisreichen Workshop-Tag folgte noch ein Bastelnachmittag. Unter dem Titel „Williams Fashion Show – Kostüme selbst gemacht“ wurden alte Kleider, T-Shirts, Hüte und Schuhe kunstvoll und fantasiereich umgenäht.

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