Ein Wort des Dankes: Thomas Bachmair wurde 1957 zum Priester geweiht. Später wurde er Pfarrer in Fürstenfeldbruck. Auf dem Foto spricht er mit dem aktuellen Pfarrer Albert Bauernfeind. 

Ein Leben für die Kirche 

Monsignore feiert 60. Priesterjubiläum

Der frühere Pfarrer von St. Magdalena ThomasBachmair (85) hat sein 60. Priesterjubiläum gefeiert. Über ein Leben fürdie Kirche.

Fürstenfeldbruck – Es war am 29. Juni 1957, als der damalige Münchner Erzbischof Josef Kardinal Wendel mehr als 30 Diakone im Freisinger Dom zum Priester weihte. Einer davon war Thomas Bachmair, der später in Fürstenfeldbruck als Pfarrer Kirchen-Karriere machte.

Geboren wurde er am 22. September 1932 in Tölz. Seine Eltern waren einfache Arbeiter. Bachmair war ein Einzelkind. Er besuchte das Knabenseminar in Freising und später die philosophisch-theologische Hochschule auf dem dortigen Domberg.

Während seiner Freisinger Jahre entwickelte Bachmair eine enge Verbindung zur Volksmusik – insbesondere zum Kiem Pauli, zu Annette Thoma und Wastl Fanderl, den Waakirchner Sänger, den Fischbachauerinnen, den Riederingern und vielen anderen. Manche von ihnen sind später ab und zu in Fürstenfeldbruck zu Gast gewesen.

Für seine erste Kaplansstelle zog Bachmair für drei Jahre auf den Hohenpeißenberg. Der Wohnsitz war ganz oben auf dem Berg, wo im Winter schon einmal das Wasser in der Waschschüssel einfrieren konnte. Fließendes Wasser aus dem Hahn gab es damals nicht. Durch das nahe gelegene Kohlebergwerk war aus einer bäuerlichen Pfarrei eine typische Arbeiterpfarrei geworden, deren Menschen bald Vertrauen zu Bachmair fassten.

Nach einem halben Jahr Zwischenstation in Landshut bei St. Peter und Paul verschlug es Bachmair für sieben Jahre nach St. Korbinian in München-Sendling, ins Schlachthofviertel. Nun war er erstmals Seelsorger in einer Großstadt. Schwerpunkt seiner Tätigkeit wurde die Arbeit mit der Jugend. 1964 wurde er zudem Jugendseelsorger im Dekanat München-Süd.

Danach wechselte er als Pfarrer nach Fürstenfeldbruck zu St. Magdalena – und blieb 35 Jahre bis zum Eintritt in den Ruhestand 2003. Es waren die Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Es herrschte eine große Aufbruchstimmung innerhalb der Kirche. Vieles, was heute selbstverständlich ist, hat sich in diesen Jahren etabliert. Es entwickelte sich unter anderem eine neue, außerschulische Form der Vorbereitung auf Erstkommunion. Ehrenamtliche, Lektoren und Kommunionhelfer traten ihren Dienst an. Laien wurden mehr und mehr in die Seelsorge eingebunden. Außerdem entstand der Pfarrgemeinderat in seiner heutigen Form.

Bezeichnend für diese Zeit ist ein Gespräch in diesem Gremium. Eine Mutter leitete eine Erstkommunionsgruppe. Sie fühlte sich aber nicht qualifiziert genug und äußerte ihre Zweifel. Bachmair antwortete damals: „Sie geben als Mutter Zeugnis ab von Ihrem Glauben – eine bessere Qualifikation gibt es nicht.“

Neben der klassischen Seelsorge wurde auch das Pfarrgelände erneuert. Das Pfarrhaus wurde saniert, das Pfarrheim neu gebaut, das alte Jugendheim auf Vordermann gebracht, die Pfarrkirche zweimal renoviert. Zudem begleitete man bei St. Magdalena die langjährige Renovierung der Klosterkirche. Als diese 1976 wieder eröffnete, band sie Bachmair konsequent in das Leben der Pfarrgemeinde ein. Er initiierte zum Beispiel die Christmette. Der Kirchenraum stand an Sonntagen nun offen für jeden. Mit dem Kirchenmusiker Roland Muhr zusammen entwickelte er die heute noch laufenden Konzertreihen.

Daneben wirkte Bachmair 20 Jahre als Dekan und arbeitete in zahlreichen diözesanen Gremien wie der Liturgiekommission des Bistums mit.

Die Feier der Liturgie und die entsprechende Gestaltung des Kirchenraumes waren ihm ein besonderes Anliegen. Er war Präses der Kolpingfamilie und der Frauengemeinschaft, hat zwölf Kapläne in ihren ersten Dienstjahren begleitet und in den 20 Jahren als Dekan manche Pfarrei des Dekanates zusätzlich betreut, wenn es dort für eine gewisse Zeit keinen Pfarrer gab.

Die Verbindung zu Fürstenfeld und die immer intensivere Beschäftigung mit der Geschichte und Spiritualität des Zisterzienserordens führte zu einer engen Bindung an Fürstenfelds Schwesterkloster Stams, dessen Familiare er seit 1998 ist.

1992 ernannte ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Monsignore. Seit 2003 lebt Bachmair im Ruhestand im sogenannten Kuratenhaus in Fürstenfeld. Wegen einer schweren Herzerkrankung vor einigen Jahren kann er nicht mehr selber Gottesdienste feiern. Dennoch ist er präsent in der Pfarrgemeinde – wenn er etwa sonntags am Gottesdienst im Chorgestühl teilnimmt, unter der Woche in der Kirche anzutreffen ist oder im Sommer auf einer Bank unter den Kastanien sitzt.

*von Birgitta Klemenz, St. Magdalena

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