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Montagsspaziergang: Corona-Proteste im Landkreis Fürstenfeldbruck

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Bis zu 300 Menschen spazierten in Fürstenfeldbruck über den Marktplatz. OB Erich Raff machte sich vor Ort ein Bild von dem Protest, der friedlich blieb.
Bis zu 300 Menschen spazierten in Fürstenfeldbruck über den Marktplatz. OB Erich Raff machte sich vor Ort ein Bild von dem Protest, der friedlich blieb. © Weber

Mit so genannten Montagsspaziergängen haben Menschen diese Woche wieder Kritik an den Corona-Maßnahmen und Impfplänen geübt. Fast 400 Teilnehmer waren unterwegs.

Landkreis - In Fürstenfeldbruck gingen rund 250 Menschen auf die Straße – einige mit ihren Kindern. In Germering waren es 50, in Gröbenzell 40 und in Grafrath 30. Laut Polizei gab es keine größeren Zwischenfälle. Allerdings wurden die Mindestabstände teilweise missachtet – die Beamten mussten die Teilnehmer mehrfach darauf hinweisen. Die Lage im Landkreis beurteile man als nicht aggressiv, erklärte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Angemeldet waren die Spaziergänge nicht, auch die Organisatoren sind unbekannt.

In Fürstenfeldbruck begleitete OB Erich Raff den Fußmarsch durch die Innenstadt, um sich persönlich ein Bild zu machen. Man habe im Vorfeld um die 150 Teilnehmer erwartet, doch es waren weit mehr. Mit Kerzen liefen sie vom Volksfestplatz über den Marktplatz und die Schöngeisinger Straße zum Viehmarktplatz und weiter über die Pucher- und Hauptstraße bis zum Hotel Post. Dann ging es über das Rathaus wieder zum Volksfestplatz. Etwa eine Dreiviertelstunde dauerte der Spaziergang, den auch Polizeibeamte begleiteten. „Die Polizei wies darauf hin, dass keine Kerzen auf die Treppen des Rathauses gestellt werden dürfen“, berichtet Raff. „Daran haben sich die Teilnehmer gehalten.“ Das war vor zwei Wochen nicht der Fall, als nach dem Luzienhäusl-Schwimmen die ganze Treppe zum Rathaus mit Kerzen blockiert war.

Dass die Menschen ihren Protest gegen die Corona-Maßnahmen als Spaziergang tarnen, sieht der Fürstenfeldbrucker OB kritisch. „Der Staat wird in seinen Rechten ausgehöhlt.“ So könne künftig jeder einen Spaziergang initiieren und so die Auflagen für Demos umgehen.

In Gröbenzell trafen sich die Teilnehmer gegen 18 Uhr vor dem Rathaus und liefen von dort aus durch das Ortszentrum und wieder zurück, berichtet Vize-Bürgermeister Martin Runge. Auch hier sei alles gesittet abgelaufen. Im Vergleich zu den Spaziergängen der vergangenen Woche seien diesmal nicht so viele Kerzen und Grablichter abgestellt worden. „Wir hatten die Teilnehmer gebeten, wieder aufzuräumen“, sagt Martin Runge.

In Germering war es der erste Montagsspaziergang, den die Polizei begleitete. Vorher habe es wohl schon Treffen gegeben, doch die seinen nicht so aufgefallen, dass man davon erfahren habe, berichtet Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker. Die rund 50 Teilnehmer zogen diesmal mit Kerzen vom Rathaus über die Untere Bahnhofstraße zur Otto-Wagner-Straße und wieder zurück zum Rathaus. Der stille Protest dauerte etwa eine Stunde. „Auch die Mindestabstände wurden eingehalten“, so Dreiocker

Beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord geht man davon aus, dass es kommenden Montag wieder Spaziergänge geben wird. OB Raff will im Austausch mit der Inspektion bleiben. „Wenn sie sich nur zum Spaziergang treffen und friedlich wieder auseinander gehen, dann kann man es lassen.“ imu/lif

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