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In Fürstenfeldbruck

Mordversuch an Ehefrau: Familienvater angeklagt

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Vedran M. (Namen geändert) hatte offenbar eine ganz eigene Auffassung von der Ehe. Auf die Frage des Richters, ob er seine Frau betrogen habe, sagt der Fürstenfeldbrucker, der sich seit Donnerstag wegen zweifachen versuchten Mordes vor dem Landgericht München verantworten muss:

Fürstenfeldbruck –  „Wenn das strafbar wäre, müsste ich zehnmal lebenslänglich bekommen.“ Doch beim Thema Fremdgehen maß er offenbar mit zweierlei Maß: Glaubt man der Staatsanwaltschaft, hatte schon der bloße Verdacht, sie betrüge ihn, für Agata M. dramatische Folgen.

2009 hatten die beiden Eheleute geheiratet. In den folgenden Jahren soll Agata M. ein wahres Martyrium durchlitten haben. Mittlerweile hat sie sich scheiden lassen. Vedran M. sitzt in Untersuchungshaft. Laut Anklage soll der 38-Jährige, dessen Familie vom Balkan eingewandert ist und der seit dem zehnten Lebensjahr in Oberbayern lebt, seine Frau ab 2011 mehrfach heftig geohrfeigt haben.

Einmal, nachdem sie ihm vorgeworfen habe, dass er sie betrügt, soll er so fest zugeschlagen haben, dass ihr Trommelfell riss. Ein anderes Mal habe er sie geohrfeigt, weil sie gesagt habe, er solle sich nach dem Toillettengang die Hände waschen, wenn er den Kindern die Finger in den Mund stecke. 2013 soll er Agata M. wegen einer Nichtigkeit vor den beiden Kleinkindern gewürgt haben. Zudem habe er ihr mindestens viermal mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ihr so das Nasenbein angebrochen und dabei gerufen: „Halt’s Maul du Hure. Ich bring’ dich um.“

Im März 2015 soll Vedran M. seine Frau bei einem Eifersuchts-Streit mehrfach gegen die Zimmerwand geschleudert haben. Als sie am Boden lag, schlug er sie laut Staatsanwaltschaft mit der Faust. Er habe sich auf ihre Brust gesetzt und zwei Brustwirbel-Brüche billigend in Kauf genommen. Vedran M. soll sie anschließend mit Tötungsabsicht gewürgt haben. Die drei- und sechsjährigen Söhne hätten lautstark geschrien, der Sechsjährige habe ihn mit seinen Schlägen und Rufen von seinen mutmaßlichen Mordabsichten abgebracht. Auch im Oktober 2015 habe er Agata M. gedroht, sie umzubringen und sie brutal verprügelt. Mehrmals soll er gegen seine kleinen Söhne handgreiflich geworden sein.

Vor Gericht räumte Vedran M. zwei Ohrfeigen gegen die Mutter ein, auch habe er sie auf die Couch geschubst. „Sonst gab es keine Gewalt.“ Die Brüche könnten vom Ringen mit den Kindern stammen, sagte er. Der Prozess dauert an. Tobias Lill

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