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Vor der prachtvollen Kulisse des Klosters präsentieren sich die Oldtimer von ihrer besten Seite.

Oldtimertage Fürstenfeld

Raritäten auf vier Rädern unterm Hammer

Am Wochenende gehörte das Veranstaltungsforum Fürstenfeld Oldtimern und ihren Liebhabern. Mehr als 1500 klassische Wagen waren bei den „Motorworld Oldtimertagen“ zu bestaunen.

Auch wenn sich wohl die wenigsten eines der Automobile leisten können, zog die Schau zahlreiche Besucher an. Bei der Versteigerung im Säulensaal gab es keinen freien Platz mehr. Angeboten wurden Fahrzeuge und Zubehör im Wert von über 1,8 Millionen Euro. Die teuersten Stücke fanden aber keine neuen Besitzer.

Fürstenfeldbruck – Zum zweiten Mal fand im Rahmen der Oldtimertage eine Auktion statt. Doch während im vergangenen Jahr hauptsächlich Mittelklassefahrzeuge und Automobilia wie Zubehör und Bedienungsanleitungen unter den Hammer kamen, waren diesmal Kostbarkeiten im Wert von Eigentumswohnungen darunter. Insgesamt wurden Fahrzeuge mit einen Gesamtschätzwert von über 1,8 Millionen Euro angeboten.

Im Säulensaal herrscht am Samstagnachmittag gespannte Stille. Jeder Stuhl ist besetzt. Im Scheinwerferlicht blinken blank polierte Karosserien. Hinten an der Bar füllen Interessenten schnell noch das Formular aus, um sich als Bieter zu registrieren. Dicht vor der Bühne stehen zwei absolute Highlights der Auktion: ein weißer Mercedes-Benz 220 S Ponton von 1957 und ein roter Porsche 356 A, Baujahr 1956 – beide für einen Schätzpreis von rund einer Viertel Million Euro. Mindestes 100 000 Euro soll ein Motorrad von 1948 kosten – eine Vincent HRD Rapid B, zu ihrer Zeit das schnellste Serienmotorrad der Welt.

Ein weltweit einzigartiger 30 Jahre alter 911er Porsche unterm Hammer

Doch zu Beginn ruft Auktionator Till Rosenkranz einige kleinere Lose auf, wie die einzelnen Angebote genannt werden: einen Satz Originalreifen für die Ente von Citroën, eine Händler-Wanduhr aus einer James-Bond-Sonderedition und ein kombiniertes Autoradio, Navigations- und Telekommunikationsgerät in Retro-Optik. Der Schätzpreis für das gebrauchte Modell liegt zwischen 3500 und 4000 Euro, doch der Hammer fällt kurz darauf bereits bei einem Gebot von 1500 Euro – „unter Vorbehalt“, wie Rosenkranz sagt. Das bedeutet, dass das Geschäft nur zustande kommt, wenn der Verkäufer dem niedrigeren Preis zustimmt. Es folgen ein altes Ford-Transit-Feuerwehrauto und einige Youngtimer. Den Bietern im Publikum entlocken sie keine Regung. Der Auktionator weist darauf hin, dass auch Youngtimer älter werden, dass sie irgendwann das begehrte H-Kennzeichen bekommen können und somit eine Wertanlage darstellen. Doch niemand hält eine der Bieterkarten in die Höhe.

Dann wird ein 30 Jahre alter 911er Porsche aufgerufen. Seine Lackierung in Maraschino-Rot-Metallic ist eine Besonderheit, denn die Farbe gehört nicht zum Standard, sondern ist eine Sonderanfertigung auf Wunsch des Erstbesitzers. „So dürfte dieser 911 in der angebotenen Kombination weltweit sehr einmalig sein“, heißt es im Auktionskatalog. Rosenkranz wiederholt die Fahrzeugbeschreibung auf Englisch und Italienisch. Jetzt heben sich Bieterkarten, von 30 000 Euro geht es in 5000er-Schritten in die Höhe. Der Hammer fällt bei 50 000 Euro. Ebenfalls den Besitzer wechselt an diesem Nachmittag ein Rolls Royce „Rusty“ – eine künstlerisch mit Rost überzogene britische Nobelkarosse. Die teuersten Stücke des Nachmittags – der Mercedes-Benz 220 S und der Porsche 356 A – werden nicht ersteigert, so wie viele andere der über 50 Lose. Doch das muss nichts heißen. Mancher Interessent wartet bewusst das Ende der Auktion ab, um dann „im Nachhandel“ zuzugreifen – und vielleicht einen günstigeren Preis zu erzielen.

von Ulrike Osman

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