In Fürstenfeldbruck

Müllproblem im Wohnblock

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Rainer Best ist sauer. Er lebt in einem Wohnblock im Brucker Norden. Vor seiner Haustür stapelt sich der Müll. Best sagt: Seine Nachbarn sind Abfall-Sünder. Über ein dreckiges Problem.

Fürstenfeldbruck – Manchmal, sagt Rainer Best, komme er sich vor wie der Hausmeister. Der 64-Jährige wohnt seit Jahrzehnten in der Kronprinz-Rupprecht-Straße. Doch dass sich Müll-Berge vor seiner Haustür auftun, hat er noch nicht erlebt. Staubsauger, Holzbretter, große Kisten – die Restmüll-Tonnen in dem Gebäudekomplexes im Brucker Norden sind mit Gerümpel überfüllt, das da eigentlich gar nicht hingehört. „Der Müll stapelt sich im wahrsten Sinne“, sagt Best. Wenn ihn und seine Frau Freunde besuchen kommen, würden die erst mal sagen: „Wo wohnt ihr denn?“

In der Kronzprinz-Rupprecht-Straße. Der Wohnblock gehört der GBW-Gruppe. Das Unternehmen bewirtschaftet 30 000 Wohnungen an verschiedenen Standorten in Süddeutschland. Jede dritte davon ist sozial gefördert. An der Kronzprinz-Rupprecht-Straße vermietet die GBW 102 Wohnungen. Die Mieter werfen ihren Abfall in 16 Restmüll- und zwei Biotonnen, die auf fünf Plätze verteilt sind. An einem davon würden die Bewohner ihren Müll leider nicht ordnungsgemäß trennen, teilt eine GBW-Sprecherin auf Nachfrage mit.

Es ist der Müllplatz, den auch Rainer Best benutzt. Hier gibt es für 24 Mietparteien fünf Tonnen mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1100 Litern. Doch diese sind so überfüllt – unter anderem mit Sperrmüll –, dass die Müllabfuhr bereits angekündigt hat, sie nicht mehr leeren zu wollen. Rainer Best entsorgt seinen Abfall inzwischen auf dem Weg zur Arbeit, wie er sagt. So würden das auch andere mache. Er kenne eine 90-Jährige, die ihren Unrat täglich zu einem anderen Müllplatz schleppe.

Das alles ärgert ihn gewaltig. „Wir leben im Dreck“, sagt er. Und das nur weil einige Nachbarn zu faul seien, größere Sachen zum Wertstoffhof zu bringen. Ihm grause es schon vor den Weihnachtsfeiertagen, wenn sich jeder große Pakte nachhaus liefern lasse. „Frohe Feiertage“, sagt er.

Von der GBW ist Best enttäuscht, weil diese seiner Meinung nach nicht entschieden genug durchgreife. Die Unternehmenssprecherin schreibt auf Tagblatt-Anfrage: „Wir haben unsere Mieter bereits mehrfach aufgefordert, ihren Müll ordnungsgemäß zu trennen.“ Erst Mitte November habe man in einem Rundschreiben erneut darauf hingewiesen, dass Sperrmüll nicht in den Tonnen entsorgt werden dürfe. Best dagegen sagt: „Die Rundschreiben interessieren niemanden.“

Die GBW tut sich schwer, das Problem in den Griff zu bekommen. Ein festangestellter Hausmeister sei täglich in der Wohnanlage als Ansprechpartner unterwegs, so die Sprecherin. „Falls ihm bei seinem täglichen Rundgang über die Anlage so genannte Müllsünder auffallen, bittet er diese Personen im persönlichen Gespräch um die ordnungsgemäße Entsorgung des Abfalls.“ Doch es sei schwierig dagegen vorzugehen, wenn keine Namen genannt seien. Best dagegen ist das alles zu wenig. „Es gibt den Hausmeister“, sagt er, „aber man sieht ihn nicht.“

Immerhin: Die Müllabfuhr scheint noch einmal gnädig gewesen zu sein. Sie hat ihre Ankündigung nicht wahr gemacht und die Tonnen Mitte der Woche geleert. Doch dass es jetzt sauber bleibt, daran glaubt Best nicht. Er sagt: „Bei uns sieht es jede Woche so aus.“

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