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Hier zeigen Hanaa (li.) und Rogers aus Uganda den Zettel mit der schockierenden Morddrohung. 

Homophobie in Flüchtlingsunterkunft 

Schwulenhasser droht homosexuellen Flüchtlingen in Fürstenfeldbruck mit Mord

Weil sie schwul sind, müssen zwei Flüchtlinge aus Uganda in ihrer Unterkunft in Fürstenfeldbruck um ihr Leben fürchten. Auf ihrem Zimmer fanden sie eine anonym verfasste, bedrohliche Nachricht. 

Das Zimmer verwüstet, die Kleidung zerrissen und dazu noch eine eiskalte Morddrohung! „You homosexuals you deserve to die“ (Ihr Homosexuellen verdient es zu sterben). Den Zettel mit diesen schrecklichen Worten fanden die beiden Flüchtlinge Rogers und Hanaa am Freitag im Zimmer ihrer Fürstelfeldbrucker Unterkunft vor. Jetzt fürchten die zwei um ihr Leben! 

Homosexuelle Flüchtlinge haben es doppelt schwer

Kein Einzelfall – immer wieder werden Homosexuelle oder auchFlüchtlinge, die Transgender sind, von Mitbewohnern in den Unterkünften diskriminiert und angegriffen. Das Problem: Die meisten Schweigen aus Verzweiflung. Aber Hanaa, Dennis und Rogers haben genug. „Wir wurden in unserer Heimat verfolgt, sogar verhaftet, nur weil wir anders sind“, erzählt Rogers. „Wir wollten in Deutschland in Frieden ein glückliches und freies Leben führen, aber jetzt geht hier der Horror weiter. Wir haben Todesangst!“, so der Mann aus Uganda. 

Münchner Verein für schwule Männer bietet Flüchtlingen Hilfe an

Der Geschäftsführer von Sub e.V. Dr. Kai Kundrath hat eine Idee, wie man homosexuelle Flüchtlinge vor Übergriffen besser schützen könnte. 

Auch Mitbewohnerin Hanaa, die transsexuell ist, wurde schon verspottet, im Waschraum ungewollt fotografiert. „Ich habe jedes Mal Panik, wenn ich duschen will. Aber ich kann doch nicht mich oder mein Eigentum dauernd einsperren. Wir sind solchen Angriffen ausgeliefert.“ Immerhin: Die beiden Bedrohten haben nun Unterstützer gefunden. Das Sub e.V. München stellt ihnen Mentoren beiseite, die ihnen bei Polizeigängen und Anträgen helfen, sie ermutigen, mit ihnen reden. Rogers und Hanaa durften zudem in eine Münchner Unterkunft wechseln. Hier hoffen sie, erstmal in Ruhe gelassen zu werden. 

Geschäftsführer von Sub e.V. Dr. Kai Kundrath will das endlich gehandelt wird. „Wir werden mit anderen Organisationen eine Petition einreichen.“ In der werde man fordern, dass Geflüchtete, die nicht heterosexuell sind, einen seperaten und geschützen Raum zum Leben bekommen. Das bisherige Vorgehen schwule oder lesbische Flüchtlinge in gemeinsamen Zimmern der Ankerstellen unterzubringen, ist in seinen Augen keine Lösung. 

„Sobald sich das rumspricht, werden dann – wie letzten Freitag – diese Zimmer attackiert.“ Die Petition soll noch diese Woche im bayerischen Landtag eingereicht werden.

Felicitas Bogner

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Vor zwei Jahren sorgte der Fall Gregor P. für Schlagzeilen: Der Münchner kassierte heftige Prügel, weil er schwul ist - und das mitten in der Innenstadt. Für Aufsehen sorgte auch ein Gastbeitrag auf tz.de zur Situation von Schwulen in der Isarmetropole: München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie! 

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