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Zum Reinbeißen: Im Landkreis gibt es schätzungsweise hundert verschiedene Apfelsorten. 

Umweltschutz

Das müssen Gärtner über Apfelbäume wissen

Wer einen schönen, gepflegten Garten haben möchte, der muss nicht nur fleißig sein, sondern auch einiges wissen. Seit 100 Jahren gibt es deshalb in Bayern die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landschaftspflege. 

Fürstenfeldbruck – 

Dort können sich Bürger informieren. Im Jubiläumsjahr werden die wichtigsten Stationen des Gartenjahres im Tagblatt erklärt.

Äpfel gehören zu den häufigsten und wichtigsten Obstarten. Bereits seit der Steinzeit sind sie Bestandteil der menschlichen Kultur, das bezeugen Funde in jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Siedlungen Mitteleuropas. Die Römer kannten schon Dutzende verschiedene Arten und brachten den Anbau nach Deutschland. Sie beherrschten das Okulieren und Pfropfen – auch heute noch gängige Vermehrungsmethoden – und verbreiteten so gezielt die besten Apfelsorten. Diese fanden Verwendung in der römischen Küche und wurden zu Apfelwein vergoren. Eine Umfrage unter den Kreisfachberatern für Gartenkultur und Landespflege in den Jahren 2012 und 2013 ergab, dass aktuell rund 639 Apfelsorten in Bayern vorkommen – im Landkreis gibt es schätzungsweise 100 bekannte Apfelsorten.

Kulturansprüche

Äpfel lieben eher kühles und feuchtes Klima und können auch auf schwereren, lehmigen Böden bestehen. Als relativ flachwurzelnde Obstgehölze kommen sie auch noch mit den meist flachgründigen Böden des östlichen Landkreises in der Münchner Schotterebene zurecht. Was sie nicht mögen, sind Staunässe und Spätfrostlagen wie Senken an Gewässern. Da Äpfel selbstunfruchtbar sind, sind sie auf Bestäubung durch eine andere Apfelsorte angewiesen.

Unterlage

Entscheidend für die Wuchsstärke aller Obstbäume ist neben dem sorteneigenen Wuchs vor allem die Wahl der Unterlage. Dies ist der Teil des Baumes, der die Wurzel bildet und auf dem die Edelsorte veredelt ist. Zu erkennen ist die Veredelungsstelle durch eine Verdickung am Stamm, die – im Gegensatz zur Veredelungsstelle bei Rosen – nicht mit Erde überdeckt werden darf. Es macht keinen Sinn, einen starkwüchsigen Obstbaum jährlich durch einen radikalen Rückschnitt klein zu halten, da der Baum seine genetisch festgelegte Wuchskraft durch oft meterlange Jahrestriebe wieder ausgleichen wird. Gleichzeitig leidet die Fruchtbarkeit.

Deshalb sollte man sich erst überlegen, wie groß der Obstbaum werden darf, und danach die Sorte aussuchen. Nicht jede Obstsorte gibt es auf schwach wachsenden Unterlagen veredelt.

Ernte und Lagerung

Äpfel reifen – abhängig von der Position im Baum – zu unterschiedlichen Zeiten und müssen daher mehrmals durchgepflückt werden. Ob ein Apfel pflückreif ist, erkennt man an der sortentypischen Ausfärbung und daran, dass er sich mit einer leichten Drehung vom Baum lösen lässt. Gelagert werden sollen nur gesunde, unbeschädigte Früchte. Geeignete Orte sind frostfreie, kühle Räume wie Keller, Garagen oder Gartenhäuschen mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit.

Geeignete Sorten

Als Beispiele für gute, aromatische Speiseäpfel seien die Sorten Dülmener Rosenapfel, Florina und Tumanga genannt, die alle im September reifen und bis Dezember haltbar sind. Sie sind auch als kleine Baumformen erhältlich und als Pollenspender geeignet. Eine vollständige Liste der Apfelsorten ist im Internet auf der Homepage des Landratsamtes zu finden. Die Adresse: www.lra-ffb.de/bau-umwelt/umweltschutz/kreisfachberatung-fuer-gartenkultur-und-landespflege/#tab2.

Allergiker

Wegen tränender Augen, triefender Nase und Juckreiz verzichten etwa zwei Millionen Allergiker völlig auf die Vitaminbombe Apfel. Es gibt jedoch relativ verträgliche Sorten wie zum Beispiel Santana, Pilot, Piros und der Glockenapfel. Auch hier gibt es eine umfassende Auflistung im Internet auf der Seite www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html.

Kontakt

Die Kreisfachberatungen für Garten- und Landschaftspflege wurden in Bayern vor 100 Jahren eingerichtet. Die zuständige Stelle im Landratsamt ist zu erreichen unter Telefon
(0 81 41) 51 93 63 und 51 99 23. Das Büro in der Kreisbehörde, Münchner Straße 32, ist geöffnet von Montag bis Donnerstag, jeweils 8 bis 16 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr. Um telefonische Voranmeldung wird gebeten. Informationen gibt es auch im Internet auf der Seite www.lraffb.de/bauumwelt/ umweltschutz.

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