Das Rathaus Fürstenfeldbruck
+
Das Rathaus in Fürstenfeldbruck. Die Stadt arbeitet an einem Konzept für eine Multifunktionshalle. (Archivfoto)

Großprojekt vor den Stadttoren

Multifunktionshalle in Fürstenfeldbruck: Das ist der Stand

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
    schließen

Am westlichen Eingangstor zu Fürstenfeldbruck soll eine Multifunktionshalle entstehen. Doch noch fehlt ein Investor. Derzeit arbeitet die Stadt an einem Konzept. Bis Herbst soll eine Entscheidung fallen, ob das Großprojekt realisierbar ist.

Fürstenfeldbruck – Den Stein ins Rollen gebracht hatten die Volleyballer des TSV Herrsching. Sie klopften bei der Stadt an, ob sie an der Cerveteristraße eine Traglufthalle errichten könnten. Neben ihren eigenen Bundesligaspielen könnten dort auch die TuS-Handballer künftig ihre Partien austragen. Um den Betrieb wirtschaftlich zu machen, müsste die Halle auch für Konzerte, Messen und andere Veranstaltungen gebucht werden. Da die Halle mit bis zu 2000 Zuschauern keine Konkurrenz zum Veranstaltungsforum darstellt – dort hat man Kapazitäten für knapp 1000 Besucher – entschied der Ausschuss, dass die Stadt planen darf, ohne jedoch Geld zu investieren.

Inzwischen sind die Volleyballer raus, doch der Kreis plant ohne sie weiter. Etwas, das Alexa Zierl (ÖDP) sauer aufstieß, da die Einigung der Stadträte ja mit den Volleyballern war. Sie fragte im Ausschuss für Integration, Jugend, Soziales und Sport nach dem aktuellen Stand. Man stoppe das Vorhaben nicht, nur weil die Volleyballer ausgestiegen seien, betonte OB Erich Raff. Man schaue mit der Mahavi Group und anderen Interessenten, wie eine Multifunktionshalle betrieben werden könnte.

Nach derzeitigen Schätzungen kostet die Halle rund 15 Millionen Euro. Damit sich der Betrieb rechnet, ist ein Mix aus Sport, kulturellen Veranstaltungen und Messen gefragt. Rund 220 Tage im Jahr müsste die Halle belegt sein, erklärte Raff. „Dann könnte es funktionieren.“ Die Handballer würden die Halle im Jahr 25 bis 30 Tage für ihre Ligaspiele nutzen. Der Rest ist für andere Veranstaltungen. Bedarf wäre da, denn es gebe immer wieder Anfragen für größere Events.

Die Halle müsste rund 220 Tage im Jahr belegt sein. Dann könnte es funktionieren. OB Erich Raff

Derzeit fehlt noch rund eine halbe Million Euro, um den Betrieb zu sichern, erklärte Raff. Die finanzielle Lücke gilt es zu schließen, bevor man sich auf die Suche nach einem Investor macht. Denn die Stadt hat für den Bau kein Geld, das müsste der künftige Betreiber tun. Um hier Ideen auf dem Eventsektor zu bekommen, ist auch die Mahavi Group im Planungskreis, erklärt der Rathauschef. „Sie können Erfahrungen aus der Gastronomie, von Veranstaltungen und Ideen einbringen.“

Fest steht inzwischen, dass neben der Multifunktionshalle auch eine Dreifachturnhalle auf dem Gelände entstehen soll. So könnte man den Wegfall der Halle beim Sportzentrum III kompensieren und dem TuS weitere dringend nötige Kapazitäten geben. Zudem könnten die Duschen und Umkleiden auch für den Betrieb in der Multifunktionshalle genutzt werden, erklärt Raff.

Klingt alles schön, doch ohne einen Investor ist das Projekt gestorben. In den nächsten Wochen stehen weitere Gespräche an. Im Herbst soll die Entscheidung fallen, ob das Vorhaben umsetzbar ist und sich die Planer auf Investorensuche begeben. Der weitere Zeitplan: Mit einem Bebauungsplan könnten die Handwerker im Frühjahr 2022 loslegen. Bespielbar wäre die Halle im Herbst 2023.

Weitere Nachrichten aus Fürstenfeldbruck lesen Sie bei uns.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare