„Wuide Hetz“

Musikspiel: Freundinnen ergattern Hauptrolle

Erstmals produziert das Veranstaltungsforum ein bayerisches Musikspiel. Darin wirken Profis und Laien aus der Region mit. Unter letzteren sind auch zwei junge Mädchen. Sie konnten sich im Casting durchsetzen – zufällig sind sie sogar beste Freundinnen.

Fürstenfeldbruck – „Wuide Hetz – eine Fürstenfelder Rauhnachtsgeschichte“ soll das Mysterienspiel heißen, das die geheimnisvolle Welt der Rauhnächte aufgreift. Nach Darstellern suchten die Verantwortlichen vom Veranstaltungsforum, Profi-Regisseur Winfried Frey und musikalischer Leiter Christian Ludwig Mayer, in der Region. Sie riefen zum großen Casting auf.

Insgesamt 25 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren haben sich daraufhin bei den Verantwortlichen beworben. Zehn von ihnen wurden zum Vorsprechen eingeladen.

Für acht Kinder – zwei hatten abgesagt – wurde es schließlich ernst. Im Säulensaal sollten sie bereits ihr Können unter Beweis stellen. Für die Audition hatten die Veranstalter den Kindern zwei Probetexte gegeben. Diese mussten sie auswendig lernen und zusammen mit anderen Schauspielern auf der Bühne darstellen. Dabei ging es aber nicht nur um Textsicherheit. Sondern vor allem um die Bühnenpräsenz – und darum, dass die Kinder die unterschiedlichen Gefühlslagen perfekt und vor allem schnell umsetzen können. „Die Kinder mussten sehr variabel

sein. In der ersten Szene sollten sie Angst und Traurigkeit spielen, in der zweiten Heiterkeit und Freude“, sagt Winfried Frey.

Doch nicht nur die schauspielerischen Qualitäten der Kinder wurden getestet, sondern auch ihre Musikalität. Frey: „Es wird höchstwahrscheinlich ein Sololied des Hauptdarstellers geben.“ Den Großteil des Gesangs wird zwar ein Kinderchor übernehmen. Doch der junge Protagonist muss sich auch gut zur Musik bewegen können.

Nach drei Stunden war das große Vorsprechen vorbei und die Jury zog sich zur Beratung zurück. Es dauerte bis 19 Uhr, bis die Ungewissheit der Kinder und ihrer mitfiebernden Eltern ein Ende hatte. Winfried Frey und Christian Ludwig Mayer holten alle Teilnehmer auf die Bühne und bedankten sich für ihre gute Leistung.

Anschließend verkündeten sie die Gewinnerin. Die zehnjährige Jasmin Hallbauer aus Kaltenberg konnte die Jury durch ihre Bühnenpräsenz und ihr überzeugendes Spiel für sich gewinnen. „Sie ist ein großes Talent“, sagt Frey über die junge Schauspielerin.

Als Zweitbesetzung wird die neunjährige Paula Schneider-Mendoza aus Geltendorf ihr Bestes geben. Doch: „Sie ist sogar so gut, dass es schade wäre, sie nur als Zweitbesetzung zu engagieren“, sagt Frey. „Deshalb haben wir spontan noch eine kleine Rolle für sie geschaffen.“

Darüber freuten sich die Mädchen, die beste Freundinnen sind, natürlich besonders. Als Zeichen darüber, wie glücklich sie sind, gab es beim Casting eine feste Umarmung zwischen den Mädchen.

Die kleinen Laienschauspieler, die nicht ausgewählt wurden, waren dagegen ein wenig enttäuscht. Doch viele begabte Kinder seien nicht wegen ihres Schauspiels abgelehnt worden, so Frey. Sondern weil sie einfach schon etwas zu groß und zu alt waren. „Manche Zwölfjährige sehen schon aus wie Teenager und wenn das Stück drei Jahre laufen soll, dann nimmt uns keiner mehr ab, dass sie Kinder spielen“, erklärt Frey. Doch auch für sie gibt es einen Trost: Alle Talente sind vorgemerkt und werden vielleicht bei zukünftigen Projekten eingesetzt. (tel)

Die Uraufführung

von „Wuide Hetz“ findet am 16. Dezember im Stadtsaal des Veranstaltungsforums statt. Bis 2019 sind ein bis zwei Aufführungen pro Jahr geplant.

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