Das Unternehmen reagiert

Mysteriöser Heulton: Coca Cola macht Gutachten

Fürstenfeldbruck - Nach den Debatten um den rätselhaften Heulton im Brucker Westen reagiert die Firma Coca Cola: Sie gibt ein Gutachten in Auftrag, das die Emissionen des Werks untersuchen soll. Gleichzeitig können die Stadtwerke als Verursacherin des Tons wohl ausgeschlossen werden.

Der seltsam an- und abschwellende Heulton beschäftigt derzeit viele Brucker. Einige beklagen sogar nächtliche Schlafprobleme. Das Tagblatt berichtete. In den Internetnetzwerken wurde der Ton diskutiert. Die Vermutungen zur Ursache gehen auseinander. Motoren von Rückkühlern wurden ins Feld geführt, die S-Bahn, Straßengeräusche oder auch landwirtschaftliche Maschinen.Eine Bruckerin nahm das Geräusch auf, es istauf merkur.de zu hören. Das Tagblatt bat um weitere Zuschriften zur Eingrenzung des Geheuls – denn nicht nur die Ursache ist rätselhaft, auch die Richtung, aus der es kommt, galt als schwer auszumachen. Etliche Brucker reagierten auf den Aufruf.

Gehört wurde das Geräusch demnach unter anderem (mehrfach) am Sulzbogen, an der Nussbaumstraße, an der Balduin-Helm-Straße, am Kaiseranger in Puch, in der Livry-Gargan-Straße, an der Almunecar-Straße oder am Pögelschlag. Sogar aus Emmering stammte eine Meldung. Viele Leser beschreiben den Ton als sirenenartig. Einige machten sich selbst auf die Suche nach der Ursache. Manche berichteten, dass das Geräusch auch tagsüber auftrete. Es wird von vielen als nervtötend empfunden, wobei seine Existenz auch von Lesern bestätigt wurde, die sich nicht gestört fühlen. Aus welcher Richtung kommt nun aber der Heulton? Hier stimmen die Aussagen weitgehend überein. Sie weisen in Richtung Südwesten der Stadt – in Richtung Coca Cola oder auch in Richtung der Heizzentrale der Brucker Stadtwerke.

"Wir möchten ausschließen, dass die Ursache bei uns liegt"

Nach einer Tagblatt-Anfrage vom Donnerstag erklärte die Firma Coca Cola am Freitag, das Schall-Gutachten bereits in Auftrag gegeben zu haben. „Wir produzieren bereits seit mehreren Jahrzehnten in Fürstenfeldbruck. Aktuell ist uns keine Veränderung bekannt, die unserer Einschätzung nach zu heulenden Geräuschen führt“, so eine Sprecherin. Das Wohlbefinden der Anwohner sei Coca Cola aber wichtig. „Deshalb möchten wir ausschließen, dass die Ursache bei uns liegt und haben bereits eine unabhängige Lärmschutzmessung bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe beauftragt.“ Diese werde Anfang November durchgeführt. Die Sprecherin: „Sollten die Ergebnisse entgegen unserer Erwartungen zeigen, dass die Messwerte durch unsere Produktion zu hoch sind, werden wir gemeinsam Lösungen entwickeln und die Ursache beheben.“ Die Sprecherin von Coca Cola kündigte an, über die Ergebnisse der Messung kurzfristig zu informieren, worauf nun sicher viele Brucker mit Spannung warten. Dass der Ton aus der Heizzentrale der Stadtwerke kommen könnte, dementierte ein Sprecher des Kommunalunternehmens nach internen Recherchen unterdessen klar. Es gebe in der Heizzentrale nichts, was das betreffende Heulen verursachen könnte.

Kühlturm kann es nicht sein

Der Kühlturm könne es allein deshalb nicht sein, weil der Lüfter auf ihm aktuell nicht in Betrieb sei. Der Lüfter werde nur in den wärmeren Monaten gebraucht. Im Außenbereich gebe es nichts, was einen konstanten Ton liefern könnte. Pumpen seien nicht in der Lage, einen so genannten Körperschall zu erzeugen. Die Ursache für das quietschende Metallgeräusch vom September sei im Übrigen abgestellt. Damals war ein Zeitschalt-Relais an der Asche-Förderschnecke kaputt. Das hatte zur Folge, dass sie auch lief, wenn gar keine Asche in der Linie war. So rieb Metall auf Metall. Diesen Ton könne man mit dem Heulen jetzt aber nicht vergleichen, sagte der Sprecher.

Wie er betonte, unterliegt die Zentrale Auflagen. Am nächst gelegenen Wohnhaus beispielsweise dürfe nicht mehr als 30 Dezibel ankommen. Bei all den Debatten: Natürlich wurde in den Netzwerken auch gewitzelt. So meinte ein User über den Heulton: „Das ist der Stadtgeist, der darüber wehklagt, dass es dank diverser Sturköpfe und Egoisten immer noch keine B2-Verlegung gibt.“ Ein anderer bot scherzhaft an, den Sportauspuff seines Autos wieder abzumontieren. (st)

Sirenenübung

 Völlig unabhängig von dem Heulton plant Coca Cola für Samstag, 29. Oktober, eine Sirenenübung in Bruck. Der Routine-Check dauert rund vier Stunden mit jeweils 20 bis 30 Minuten Dauerton. Die Übung sei bei Stadt und Feuerwehr angekündigt.

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