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Mit der roten Farbe wollten die Veranstalter, auch im Kloster Fürstenfeld, auf ihre prekäre Lage in der Corona-Pandemie hinweisen.

Nach Corona-Pandemie

Die Kultur kommt im Landkreis Fürstenfeldbruck langsam in die Gänge

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Das städtische Veranstaltungsforum ist zuversichtlich, dass die Corona-Maßnahmen das Jahresdefizit nur um rund 30 Prozent erhöhen. Es wird kräftig gespart und erste Konzerte finden schon wieder statt.

Fürstenfeldbruck – Langsam läuft der Betrieb im Veranstaltungsforum Fürstenfeld wieder an. Das erste Konzert des ausverkauften Klaviersommers hatte bereits stattgefunden, als Geschäftsführer Norbert Leinweber jetzt dem Kulturausschuss des Stadtrates über die Lage des städtischen Kulturbetriebes berichtete. Trotz der Aufbruchsstimmung, die er zu transportieren suchte, kam er nicht umhin, einen Blick auf die Finanzen in diesem Jahr zu werfen. Die sind angespannt, aber zusammenbrechen werde der Betrieb nicht.

Schon im März, dem ersten Monat mit Beschränkungen, ging der Umsatz um fast 25 Prozent zurück. Obwohl der Betrieb jetzt wieder langsam anläuft, ist der Jahresfehlbetrag schon deutlich gestiegen. Zu Beginn des Jahres rechnete man für 2020 mit einem Defizit von 1,34 Millionen Euro. Durch Corona ist der erwartete Fehlbetrag auf 1,79 Millionen angestiegen. „Das aber nur, wenn die zweite Welle ausbleibt“, sagte Leinweber.

Veranstaltungsforum: Zwölf Mitarbeiter in Kurzarbeit

Das Forum tue schon alles, um Kosten zu sparen, so der Geschäftsführer. Es werden nur noch die nötigsten Reinigungsarbeiten durchgeführt, Betriebskosten sinken durch die Nichtnutzung der Räume und erstmals wurden zwölf Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Peter Glockzin (Freie Wähler) hackte gleich nach: „Auf die üblichen 60 Prozent Kurzarbeiter-Geld, legt da die Stadt noch etwas drauf?“ Leinweber bestätigte, dass das Gehalt von der Stadt auf etwa 90 bis 95 Prozent aufgestockt werde.

Worauf man sich jetzt am meisten konzentrieren wolle, sei das Abonnenten-Geschäft, sagte Leinweber. Man habe es geschafft, in den vergangenen Jahren mit acht Aboreihen über 8000 Kulturfans zu begeistern. Das dürfe man nicht kaputt machen. „Schon jetzt gibt es eine Kündigungsquote von zehn Prozent.“ Das sei aber noch verkraftbar. Wenn man den Abonnenten etwas anbieten könne, dann würden die Zahlen vielleicht auch wieder steigen.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld braucht Planungssicherheit

Dafür brauche es Mut in der Landesregierung, aber auch beim Landratsamt, so der Geschäftsführer. Das Forum brauche Planungssicherheit und konkrete Zahlen, wie viele Zuschauer in welche Räume dürfen. In seiner bisherigen Kalkulation habe er bereits mit den kurz danach von der Staatsregierung genehmigten Besucherzahlen gerechnet (200 Personen im Inneren, 400 im Freien) erklärte Leinweber auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Hygienekonzept des Forums, so Leinweber im Ausschuss, habe bei den Klavierkonzerten gezeigt, dass es funktioniert.

Fest eingeplant im Programm sind jetzt bereits der Fürstenfelder Kinosommer, das „Kultur trotz(t) Corona“-Comedy-Paket mit zahlreichen Comedians, sowie die Magische Nacht und ein Auftritt der Artistenschule Berlin. Auch offene Veranstaltungen wie den Töpfermarkt und die Oldtimer-Tage soll es wieder geben. „Zur Not müssen wir halt tickern, wie viele Gäste bereits auf dem Gelände sind und nur eine bestimmte Anzahl reinlassen“, sagte Leinweber. Die Oldtimer-Tage sind eines der Beispiele, bei den sich Leinweber mehr Mut zur klaren Entscheidung wünscht. Das Landratsamt hat sie noch nicht final genehmigt.

Was würde passieren, gäbe es doch noch eine zweite Corona-Welle, wollte der Zweite Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) wissen. „Uns würde nichts anderes übrig bleiben, als wieder zurück in die Kurzarbeit zu gehen“, antwortete Leinweber. Außerdem hoffe er, dass die Bundesregierung den Kulturschaffenden im Land unter die Arme greife.

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