Walter Müller ist mit dem vergangenenGeschäftsjahr zufrieden.

Jahresbilanz fällt positiv aus

Nach gutem Geschäftsjahr: VR-Bank will Filialnetz erhalten

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Gewinn trotz niedriger Zinsen: Die VR-Bank blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr 2017 zurück. „Wir hatten ein sehr gutes Jahr“, berichtet Vorstandsvorsitzender Walter Müller. Daher plant das Kreditunternehmen vorerst nicht, im Landkreis Filialen zu schließen.

Fürstenfeldbruck – Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro. Der Gewinn blieb mit 19,4 Millionen Euro auf Vorjahrsniveau. Auch die Eigenkapitalquote konnte konstant gehalten werden. Das zeigt, dass die Bank im Landkreis Fürstenfeldbruck wenig von Gläubigern abhängig ist und daher Schwierigkeiten gut bewältigen kann.

Müller bewertet dieses Ergebnis angesichts der derzeitigen Zinslage positiv. „Hypotheken bringen heute nur noch einen Teil des Zinses von vor zehn Jahren, Einlagen bei der europäischen Zentralbank sind völlig unprofitabel“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. „Das belastet alle Banken.“ Verglichen mit 2015 sei das Zinsergebnis um fast 1,6 Millionen Euro zurückgegangen. „Unter diesen Umständen ist ein konstantes Gesamtergebnis ein großer Erfolg.“ Aufgefangen wurde die negative Zinsentwicklung durch den boomenden Hypothekenmarkt, das gewerbliche Kreditgeschäft und das Förderkreditgeschäft.

Die niedrigen Zinsen beeinflussen auch auf das Anlageverhalten. Sparer investieren ihr Geld kaum noch in langfristige Produkte wie festverzinsliche Wertpapiere. Über die Hälfte aller Bankanlagen liege unverzinst auf dem Girokonto. Müller verspricht aber, die Negativzinsen weiterhin zu übernehmen: „Einlagen bei der VR Bank bleiben kostenlos.“

Für Anleger hat Prokurist Robert Fedinger einen Rat: „Sie sollten ihr Geld streuen.“ 2017 habe wieder gezeigt, wie schnell sich die Dinge ändern können. „2016 war Gold noch der große Gewinner, 2017 stagnierte der Preis. Einseitige Investments sind da ein Problem.“

Joachim Lachnit, Geschäftsführer Versicherungsdienst, beklagt die mangelnde Altersvorsorge bei den Anlegern. „Die Zahl der bestehenden Rentenversicherungen in Deutschland nimmt leider seit 2012 kontinuierlich ab.“ Dabei sei die gesetzliche Rente nur noch eine Grundversorgung.“ Wer langfristig vorsorgen wolle, könne auch auf Schatzbriefe und Vermögenspolicen zurückgreifen.

Das Kreditgeschäft ist für Vorstandsmitglied Rainer Kerth gut aufgestellt. Das Kreditvolumen stieg um 6,2 Prozent auf mehr als 1,2 Milliarden Euro. „Zur Absicherung gegen Zinsschwankungen haben wir langfristige Kredite an Verbundunternehmen abgegeben.“ Dadurch sei die Bank gleichzeitig sicher und profitabel.

Vorerst will die VR-Bank keine Filialen schließen. „Natürlich können wir es uns langfristig nicht leisten, Filialen zu betreiben, die niemand nutzt“, sagte Müller. Derzeit sehe man aber noch keinen Handlungsbedarf. „Die Filialen, bei denen sich die Sparkasse aus der Kooperation zurückgezogen hat, werden wir alleine weiter betreiben.“ Man wolle weiterhin auf Kundennähe und kurze Wege setzen. (Christian Masengarb)

Auch wenn der Vorstandschef in der europäischen Zinspolitik keine schnelle Wende vorhersieht, sieht er die VR-Bank für die Zukunft gut aufgestellt. „Wir werden weiterhin ein wichtiger Partner der Region bleiben.“ Es sei aber unwahrscheinlich, dass das gute Ergebnis 2018 gesteigert werden könne. „2017 kamen viele Dinge zusammen, die die negative Zinsentwicklung auffangen konnten. 2018 wird das so nicht wieder passieren.“ christian masengarb

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