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Die Tochter des ehemaligen Inhabers Nina Goldmann hat das Geschäft übernommen. 

Im AEZ 

Nach Insolvenz: Tochter führt Blumenladen

Nach der Insolvenz der Blumenladenkette Goldmann und Weigert geht der Betrieb in der Filiale in der Buchenau weiter. Übernommen hat das Geschäft Nina Goldmann, die Tochter des ehemaligen Inhabers Markus Goldmann. Sie will mit einem moderneren Konzept den klassischen Blumenladen im AEZ erhalten.

Fürstenfeldbruck – Dass ein Familienmitglied den Laden unter einem anderen Firmennamen übernommen hat, blieb in Bruck nicht umkommentiert. „Ich verstehe, dass man sich wundert, wenn diejenigen weitermachen, die den Betrieb vermeintlich an die Wand gefahren haben“, sagt Insolvenzverwalter Thomas Karg aus Memmingen. „Aber das ist ein grundlegendes Missverständnis. Hier hat sich niemand etwas unter den Nagel gerissen, sondern wir haben das Geschäft verkauft.“

Zuvor habe es eine professionelle Bewertung gegeben, die alle Vermögenswerte erfasste. Auch der Wert des Standorts sowie der Kundenstamm wurden berücksichtigt. An der GmbH ihres Vaters war Nina Goldmann nicht beteiligt. Somit sei nichts dagegen einzuwenden, dass die 27-Jährige die Filiale in der Buchenau aus der Insolvenzmasse herausgekauft habe. „Der Kaufpreis, den sie bezahlt hat, war nicht schlechter als das, was ein Externer bezahlt hätte – eher besser“, so Karg. Der Verkauf des Geschäfts sei im Interesse der Gläubiger, denn „wenn ich die einzelnen Tische verkaufe, bekomme ich weniger, als wenn ich das Geschäft als Ganzes verkaufe“.

Goldmann und Weigert wurde 1951 gegründet und war zur besten Zeit an 13 Standorten vertreten. Zuletzt bestand das Unternehmen noch aus sechs Filialen in Bruck, Planegg, Starnberg und München. Das Geschäft in Planegg ist ebenfalls veräußert worden und wird weiterbetrieben. Dort ist der Käufer laut Insolvenzverwalter Karg kein Familienmitglied. Auch für die übrigen Standorte habe es Interessenten gegeben, dort scheiterte man jedoch am Widerstand der Vermieter.

Für den ehemaligen Inhaber Markus Goldmann, der das Unternehmen in zweiter Generaton betrieb, sei die Insolvenz „eine persönliche Katastrophe“, sagt der Fachanwalt. „Es war sein Lebenswerk.“ Auch Nina Goldmann spricht davon, dass ihr Vater emotional noch immer stark mit seiner ehemaligen Firma verbunden sei. Aber er freue sich, dass seine Tochter einen moderneren Weg gefunden habe, den Blumenhandel weiterzuführen.

Der Weg sieht so aus, dass Nina Goldmann neben dem Geschäft in der Buchenau fünf Selbstbedienungsabteilungen betreibt, die in AEZ-Märkte integriert sind. „Auch dort bieten wir Fachhandelsqualität und eine große Auswahl“, sagt die 27-Jährige. Ihr Personal liefere jeden Tag frische Blumen an und kümmere sich um die Ware. „Als klassischen Blumenladen betreiben wir nur das Geschäft in der Buchenau“, erklärt die Wirtschaftspsychologin, die sich in ihrer Firma in erster Linie um Einkauf, Kommissionierung, Buchhaltung und Personalführung kümmert. „Das ist ein toller Standort und in Bruck eine bekannte und angesehene Adresse. So lange das so ist, möchten wir den Laden weiterführen.“ (os)

Mitarbeiter gesucht

Nina Goldmann sucht Mitarbeiter. Melden kann man sich bei ihr im Laden.

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