Justitia
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.

Westkreis

Nach Verfolgungsjagd: Mann darf keine Hunde mehr halten

Keinen Zaun, keine Leine und kein Einsehen: Weil ein Mann aus dem westlichen Landkreis seine Hunde nicht unter Kontrolle brachte, wurden sie ihm weggenommen. Das wollte sich der Tierhalter nicht gefallen lassen und klagte vor dem Verwaltungsgericht in München.

Bereits seit 2018 häuften sich die Beschwerden über den Hundebesitzer: Immer wieder fühlten sich die Nachbarn in der Nacht durch lautes Hundegebell regelrecht „terrorisiert“, wie Richter Hans Haider aus den Prozessakten vortrug. Als ein Polizist bei dem Herrchen wegen eines Streits mit dem Nachbarn vorbeigekommen sei, sei der Beamte von einem der drei Hunde sogar gebissen worden. Keiner seiner Kollegen – und auch kein Mitglied der Feuerwehr – gehe seitdem noch allein und unbewaffnet zu dem Haus. Bei dem ehemaligen Herrn der drei Hunde sei immer wieder was los.

Wie bei der Verhandlung bekannt wurde, war das Grundstück früher eingezäunt. Doch die Hunde seien immer wieder über den Zaun gesprungen und dann durch den Ort gelaufen.

2019 kam dann die erste Anordnung, dass die Tiere bei Nacht im Haus bleiben müssten. Das ignorierte der Mann, der Mitte 30 ist, jedoch. Das Gebell ging weiter. Im Juni 2020 wurde ihm schließlich das Halten von Hunden komplett verboten.

Grund dafür war damals eine wilde Verfolgungsjagd. Der Mann war im Auto mit seinen Hunden unterwegs. Als die Polizei ihn anhalten und kontrollieren wollte, bekam er Angst und suchte das Weite. Nachdem die Polizei das Auto stoppen konnte, ließ der Mann seine Tiere frei – mitten auf der Autobahn. Zwei der Hunde fingen die Beamten vor Ort ein und brachten sie ins Tierheim. Der Dritte streunte tagelang umher, bis ihn Mitarbeiter des Tierheims fanden.

Wie in der Verhandlung bekannt wurde, ist die Verwaltung am Wohnort des Mannes mehrmals auf diesen zugegangen und hat das Gespräch gesucht. Doch der wies jede Schuld von sich. „Die anderen spinnen doch alle“ sei stets seine Antwort gewesen. Er habe nichts getan, ihm sei nichts vorzuwerfen. Mittlerweile bedrohe der Mann sogar den Bürgermeister immer wieder und bespucke ihn. Zur Verhandlung in München erschien das ehemalige Herrchen nicht.

Aufgrund der Ausführungen und der Vorgeschichte stufte auch Richter Hans Haider den Mann als nicht zur Hundehaltung geeignet ein. Das ausgesprochene Verbot der Gemeinde sei dementsprechend in Ordnung.

Nun muss rechtlich geklärt werden, wie es mit den drei Hunden weitergeht. Entweder sucht das Herrchen selbst einen neuen Eigentümer, oder das Tierheim kümmert sich darum.

Offen ist auch noch die Frage, ob die Gemeinde auf den Kosten für das Tierheim sitzen bleibt, die seit Septemebr aufgelaufen sind. Die Unterbringung beläuft sich auf 60 Euro pro Tag. Bis diese beiden Fragen entschieden sind, vertagte das Verwaltungsgericht die endgültige Urteilsverkündung.  rs

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