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Gabriele Schlammerzog Drillinge allein groß. 

In Fürstenfeldbruck

Nachruf: Das Josefstift ist ärmer ohne sie

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Sie liebte das Leben, ihre Familie, die Musik und ihre Arbeit. Gabriele Schlammer war ein durch und durch positiver, fröhlicher Mensch mit großem Freundeskreis und sicherlich noch vielen Plänen.

Fürstenfeldbruck/Emmering –  Ihr Lachen steckte an. Ihre gute Laune machte sie zur beliebten Kollegin im AWO-Josefstift, wo sie über 20 Jahre arbeitete.

Ursprünglich hatte die 1960 geborene Emmeringerin einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Nach der Schule machte sie in einem großen Münchner Schuhgeschäft eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. 1986 heiratete Gabriele Schlammer, 1988 wurde sie Mutter – und zwar gleich dreimal. Ihre Drillinge Nicole, Michael und Sabrina waren ihr ganzer Stolz. „Sie war immer für uns da“, sagen die drei, die wenige Tage nach dem Tod ihrer Mutter 30 Jahre alt wurden. Ab Ende der 1990er-Jahre zog Gabriele Schlammer ihre Kinder alleine groß.

Längst hatte sie damals schon ihren Traumberuf gefunden – und zwar nicht im Einzelhandel. Nach einer Weiterbildung im Computerbereich trat sie eine Stelle im AWO-Josefstift in Bruck an. Vormittags arbeitete sie in der Verwaltung, nachmittags in der Seniorenbetreuung und in der Caféteria. „Sie hinterlässt hier eine Riesenlücke“, sagt Einrichtungsleiterin Susanne Preisenhammer. Ihr Vorgänger Jochen Wagner, der viele Jahre Gabriele Schlammers Chef war, schwärmt von der Ausstrahlung und Zuverlässigkeit der Verstorbenen – und von ihrer Zuwendung zu den Senioren. „Sie war ein Segen für die Bewohner. Das Josefstift ist ärmer ohne sie.“

Die Arbeit mit den alten Menschen machte Gabriele Schlammer großen Spaß. Gesellschaftsspiele, Ausflüge, gemeinsames Singen – sie ließ sich viel einfallen, um den Heimbewohnern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Und lernte sogar Gitarre spielen, um Singstunden begleiten zu können.

Musik spielte im Leben der Emmeringerin schon seit Kindertagen eine große Rolle. Wie ihre drei Brüder begann sie im Alter von neun Jahren ein Blasinstrument zu spielen. Dem Flügelhorn blieb sie auch als Erwachsene treu – und stand als Gründungsmitglied der Blaskapelle Emmering oft mit ihren Musikerfreunden auf der Bühne. Selbst in den letzten drei Jahren, als sie bereits gesundheitlich angeschlagen war, nahm sie, so oft es ging, an den Proben und Auftritten teil.

Mit ihren Freundinnen bildete Gabriele Schlammer eine lebenslustige Mädels-Clique. Man machte zusammen Urlaub – am liebsten in der Türkei – und ging regelmäßig zum Tanzen. In den letzten Jahren genoss die stets jugendlich wirkende Frau noch eine neue Rolle in ihrem Leben: Sie wurde Oma. Ihre beiden sieben Monate und drei Jahre alten Enkelinnen waren ihr Ein und Alles.

Positiv und mutig wie mit allen Herausforderungen, die ihr begegneten, ging Gabriele Schlammer auch mit ihrem Krebsleiden um. Doch alle Operationen und Chemotherapien konnten die Krankheit nicht besiegen. Den letzten Heiligabend feierte sie noch im Kreise ihrer Lieben, bevor sie in der Nacht friedlich einschlief. 

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