In der Brucker Innenstadt kommt es regelmäßig zu Staus. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

"Idee der Verlegung ist Illusion"

Nadelöhr Bruck: B 2 bleibt Bundesstraße

Fürstenfeldbruck - Die Idee von der Verlegung der B 2 in Bruck auf die Autobahn muss als gescheitert gelten. Damit zementiert sich der Zustand der Innenstadt: Alles bleibt wie es ist. Inklusive Dauerstau.

Es war das große Wahlkampfthema im Jahr 2014: Namentlich SPD, Grüne und BBV kündigten an, die B 2 in der Brucker Innenstadt herabstufen und den Verkehr der Bundesstraße auf die A 99 und die A 8 schicken zu wollen.

Mit dem Versprechen dieser Lösung traten sie allen Plänen entgegen, eine Umfahrung für die B 2 in Bruck zu bauen beziehungsweise beim Bund Mittel dafür zu beantragen. Mit der Herabstufung, so die Hoffnung, bekomme Bruck die Gestaltungsmacht über die Straße am Hauptplatz zurück und könnte für Verkehrsberuhigung sorgen. Bis heute jedoch hat die Stadtverwaltung keinen entsprechenden Antrag an die zuständigen Behörden geschickt.

Bürgermeister Raff: "Die Idee der Verlegung ist eine Illusion"

Der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) erklärt auch, warum: „Dieser Antrag wäre das Papier nicht wert, auf dem er stünde. Die Idee der Verlegung ist eine Illusion.“ Raff sieht vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis für sich selbst keinerlei Veranlassung, das Thema voranzutreiben. Auch die Verfechter der Verlegungs-Idee hätten sich nicht wirklich dahintergeklemmt, sagte Raff auf Tagblatt-Anfrage. So liege das Thema Antragsstellung in der Schublade. „Niemand hat sich mehr darum gekümmert.“

Der neuerlichen Debatte zugrunde liegt die fachliche Einschätzung des neuen zuständigen Sachbereichsleiters im staatlichen Bauamt Freising (Straßenbauamt), Stefan Meier, der im Übrigen nur die vorherigen Einschätzungen anderer Experten teilt. Meier war vor einigen Wochen in Bruck, um Sondierungsgespräche zu führen und hatte dabei „Erst-Kontakt“ mit den Brucker B 2-Verlegungsplänen. Meier: „Ich habe Verständnis für diese Idee.“

Allerdings sei sie nicht einfach in die Realität umzusetzen. Wenn eine Verbindung faktisch die Aufgabe einer Bundesstraße erfülle, dann sei sie nach dem Fernstraßen-Gesetz auch als solche zu betrachten. Dass es zu einer Herabstufung kommen könnte, sei daher unwahrscheinlich, sagte Meier, der freilich auch betont: Sein Amt kann diese Entscheidung nicht treffen. „Es obliegt der Stadt, einen entsprechenden Antrag zu stellen.“ Das sei bislang nicht geschehen. Ansprechpartner sei die oberste Baubehörde, das die Frage dann zusammen mit dem Bund zu beurteilen hätte. Meier: „Bei der Frage, wie Straßen einzustufen sind, gibt es wenig Ermessensspielraum.“

Diskussion um Umfahrung der B2 schwelt seit Jahrzehnten

Bürgermeister Raff zitiert im Zusammenhang mit dem nicht gestellten Antrag auch den erkrankten OB Pleil. Dieser hatte vor einiger Zeit angemerkt, dass er, respektive seine Fraktion und die politischen Gefährten, unmöglich binnen kurzer Zeit die über Jahrzehnte ungelöste Brucker Verkehrsproblematik in den Griff bekommen könne. Trotzdem, so Raff, sei die B 2-Verlegung pures Wunschdenken. Den Antrag an den Bund, den Neubau einer Umfahrung für Bruck in den Verkehrswegeplan aufzunehmen, hatte der Stadtrat unlängst abgelehnt. Der Bundesplan wird derzeit verhandelt. Er steht noch nicht endültig fest. (st)

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