Prozess um Messerattacke von Chemnitz: Urteil ist gefallen

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Keine Angst vor den Bienen haben die Schüler des Viscardi-Gymnasiums. In einem Seminar lernen sie den Umgang mit den Tieren.

Fürstenfeldbruck

Nächstes Jahr gibt es Viscardi-Honig

Seit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sind die kleinen schwarz-gelben Brummer in aller Munde. Auch das Viscardi-Gymnasium leistet seit vergangenem Schuljahr einen Beitrag zum Schutz der Tiere. Im Juni sind zwei Ableger eines Bienenvolkes auf den Sportplatz der Schule gezogen.

Fürstenfeldbruck – Die Idee, Bienen an der Schule zu halten, gab es schon länger. Allerdings war erst die Angst der Schulleitung vor Stichen und Verletzungen zu groß. Zu Beginn des Schuljahres konnte das Projekt-Seminar „Fair-sozial-ökologisch“ in einem Gespräch mit Schulleiter Walter Zellmeier die Idee doch noch durchsetzen. „So viel Überzeugungsarbeit war eigentlich gar nicht nötig“, erzählt Seminarleiter und Hobbyimker Patrick Rotter.

Bienenprojekt ist Teil eines Seminars

Das Bienenprojekt ist ein Teil des Seminars, für das sich die Elftklässler freiwillig eingetragen haben. „Das ist mal etwas Neues und kein Seminar, das es jedes Jahr gibt“, erzählt die 17-jährige Marie-Luise Schömer. „Und wir sind ja schließlich eine Umweltschule, da sieht man auch mal, was das bedeutet.“ Für die meisten der 14 Schüler ist das Projekt der erste Kontakt mit der Bienenhaltung. Besonders vorbereitet haben sie sich auf die Ankunft der Bienen allerdings nicht. „Man lernt das alles eher durchs Machen“, erklärt Rotter.

Jeden Donnerstagnachmittag trifft sich das Seminar, bespricht und plant oder schaut nach den 10 000 Bienen, die Rotter über ein Online-Portal erworben hatte. Zu tun ist meistens etwas, ganz besonders vom Frühjahr bis Ende Juli. Da die Bienen noch ziemlich schwach sind, wird in dieser Zeit noch jede Woche Zuckerwasser zugefüttert.

„Wir schauen auch, ob Brut vorhanden ist und ob es ihr gut geht“, erklärt Rotter. „Außerdem überprüfen wir, ob eine Königin nachgezogen wird, und unterdrücken das gegebenenfalls.“ Bei einer neuen Königin fängt das Volk an zu schwärmen und es gibt keinen Honig. Daher wird die spezielle Brutzelle der Königin regelmäßig zerstört. Für das Schwärmen sind die Bienen des Gymnasiums momentan allerdings noch zu schwach. „Das wird frühestens nächstes Jahr ein Thema“, so der Projektleiter. Bis dahin soll sich der Bienenbestand auf 40 000 Exemplare erhöht haben.

Bis zu 40 Kilogramm Honig

Auch für eigenen Honig ist es in diesem Jahr noch zu früh. „Nächstes Jahr rechnen wir mit 30 bis 40 Kilogramm Honig“, erklärt Rotter. Dieser soll dann am Weihnachtsmarkt zusammen mit eigenen Wachskerzen verkauft werden. Dadurch soll wieder Geld in die Projektkasse fließen. Mit 600 Euro vom Förderverein sind die Bienen, Schutzkleidung und die Holzkästen finanziert worden. Bevor die Schüler im nächsten Jahr ihren eigenen Honig ernten können, müssen die Bienen aber erst den Winter überstehen. Besonders problematisch ist hierbei der Milbenbefall. „Im Herbst werden wir das mit Ameisensäure behandeln“, erklärt der Seminarleiter.

Patrick Rotter, eigentlich Deutsch- und Geschichtslehrer, wird das Bienenprojekt auch in den nächsten Jahren leiten. Wenn die Schüler im nächsten Jahr Abitur machen und die Schule verlassen, wird sich ein freiwilliger Wahlkurs für Schüler ab der achten Klasse um die Tiere kümmern. „Die Rückmeldungen sind bisher alle sehr positiv, von Schülern wie von Lehrern“, erzählt Rotter. „Unsere Bienen sind aber auch sehr friedlich.“ Der Standort am Rand des Sportplatzes ist günstig, dort halten sich kaum Schüler auf, und ein Schild weist daraufhin, fünf Meter Abstand zu halten. Im Gegensatz zu manch anderen Schülern haben die Teilnehmer des Seminars keine Angst vor den kleinen Brummern. Bisher ist auch alles ohne Stiche oder Zwischenfälle abgelaufen.

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