Die sogenannte Westschleife am Fliegerhorst: Nur einer der Shelter liegt auf Brucker Stadtgebiet. Die restlichen Bauwerke sind auf Maisacher Flur. foto: tb

Westschleife am Fliegerhorst

Naturschutz bremst Entwicklungschancen

Fürstenfeldbruck – Die Brucker CSU will einen Teil davon kaufen und auch in Maisach blickt man mit Interesse auf die Fläche: Um die Zukunft der jetzt schon vom Militär nicht mehr gebrauchten Shelterschleife am Fliegerhorst wird viel geredet. Einiges scheint offen – manches aber auch nicht.

Ein Großteil der Westschleife liegt auf Maisacher, nur einer der massiven Luftschutzbunker auf Brucker Flur. Zuletzt startete von einem Teil des Geländes noch die Luftrettungsstaffel.

Etwa 85 Prozent des übrigens teils betonierten Areals auf Höhe der Hasenheide im Brucker Fliegerhorst unterliegen strengen Naturschutzrichtlinien. Die Flächen sind als Flora-Fauna-Habitat (FFH) gelistet. Das erklärt eine Sprecherin der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima), der das Areal letztlich gehört, auf Nachfrage.

Ausgleich, Ersatz

Wegen dieser Naturschutzauflagen seien intensive bauliche Nutzungen auf der Fursty-Westschleife nicht vorstellbar, sagt die Sprecherin der Bima. Sehr wahrscheinlich sei es daher, dass das Areal für Ausgleich und Ersatz anderweitig zerstörter Naturschutzflächen verwendet werden könnte. „Im Prinzip ist hier nichts möglich außer Naturschutz“, so die Sprecherin.

Das dürfte man in Maisach gerne hören. Denn hier ringt man seit Jahren darum, ein Ausgleichskonzept für die von BMW genutzten Flächen etwas weiter nördlich auf dem früheren Fliegerhorst-Gelände rund um die große Startbahn zu finden. Auch diese Flächen sind FFH-gelistet, sollen aber im Zuge eines europaweit wohl einzigartigen Ausnahmeverfahrens für die Fahrsicherheitstrainings-Anlage des Münchner Autobauers nutzbar gemacht werden.

Zur Zukunft der Shelter gebe es derzeit noch keine Überlegungen, sagt die Bima-Sprecherin. Nicht unmöglich, dass sie im Zuge der Naturschutzthematik abgerissen werden müssen. Bevor dies geschehe, müsse man aber eine Wirtschaftlichkeitsprüfung auf den Weg bringen. Denn einen Shelter abzureißen, dürfte ziemlich teuer werden.

Das Thema Asyl spiele in den Überlegungen über die Westschleife derzeit keine Rolle, sagte die Bima-Sprecherin außerdem. Die Überlegungen vom vergangenen Jahr, hier ein größeres Lager zu eröffnen, seien Geschichte. Letztlich laufe alles auf die sogenannte A- und E-Nutzung hinaus: Ausgleich und Ersatz.

Party im Shelter?

Offiziell ist die Westschleife militärisches Gebiet. Die Bundeswehr habe das Areal zwar als entbehrlich gemeldet, eine Freigabe in Richtung Bima habe es bislang nicht gegeben. Der Brucker CSU schwebt vor, im einzigen Shelter auf Stadtgebiet eine Art Veranstaltungsort einzurichten. Ein Antrag an die Stadt, in Verhandlungen mit der Bima zu treten, ist eingereicht, aber noch nicht in den Gremien besprochen. (st)

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