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Wettbüros sind in Bruck nicht erwünscht.

Fürstenfeldbruck

Nein zu Wettbüros in der Innenstadt

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Spielhallen und Wettbüros will man in der Innenstadt nicht in vorderster Reihe sehen. Doch es gibt immer wieder Anfragen. Dem schiebt die Stadt nun einen Riegel vor – mit einer Veränderungssperre und einem Bebauungsplan.

FürstenfeldbruckKonkret geht es dabei um zwei Objekte: In der Schöngeisinger Straße möchte ein Unternehmer eine Espresso-Bar mit Automaten und einer Wettannahmestelle eröffnen. Und in der Hauptstraße soll aus einer Ladenfläche ein klassisches Wettbüro mit Liveübertragung von Sportereignissen entstehen. „Nach derzeitiger Rechtslage müssten wir beides genehmigen“, erklärt Stadtbaumeister Martin Kornacher. Doch das will der Stadtrat nicht – zumal es ein Vergnügungsstättenkonzept für das Stadtgebiet gibt.

Negative Auswirkungen auf die Stadt durch Wettbüros

Dieses erlaubt für die Innenstadt sowie den Westen nördlich des Bahnhofs Buchenau zwar Billcard-Cafés, Dart-Clubs, Discos und Tanzlokale, Internetcafés und Kinos. Spielhallen, Casinos und Spielbanken sowie Wettbüros sollen jedoch nur ausnahmsweise zulässig sein und keinesfalls in der ersten Gebäudereihe entlang der Haupt- sowie Münchner Straße. Man befürchtet, dass sich Buchmacher negativ auf die Geschäfte in diesen Straßen auswirken.

„Die Ladenflächen in der Innenstadt sind nicht mehr so gefragt“, erklärt Kornacher. Grund sei der Internethandel. Das würden die Betreiber der Wettbüros ausnutzen. Die können höhere Mieten akzeptieren und zerstören so das Mietgefüge. Darunter würden wiederum die übrigen Läden leiden.

Änderung des Glückspielgesetzes

Von einer Inflation der Wettbüros wollen weder Kornacher, noch Thomas Brodschelm, Leiter des Ordnungsamtes, sprechen. Dennoch, so Brodschelm sei folgendes zu beobachten: Durch die Änderung des Glücksspielgesetzes wurde ein Mindestabstand von 250 Metern zwischen zwei Spielhallen geschaffen. „In diese Nische drücken die Wettbüros.“ So gab es in den vergangenen Jahren immer mehr Anfragen, die jedoch meist mit Hilfe des Vergnügungsstättenkonzepts abgewehrt werden konnten.

Verweis auf die Suchtgefahr durch Wettbüros

In benachbarten Kommunen könne man beobachten, dass die Betreiber sich in den Innenstädten niederlassen wollen, berichtet Brodschelm. Er verweist auf die Suchtgefahr, die von Wetten ausgehe. Es sei klar, dass man Buchmacher irgendwo im Stadtgebiet zulassen müsse, gesteht Kornacher. „Daher wollen wir es wenigstens in der Innenstadt verhindern.“

Und dort besteht Handlungsbedarf: Denn mit der Genehmigung der beiden Wettbüros in der Haupt- und Schöngeisinger Straße würde man Bezugsfälle schaffen, erklärt der Stadtbaumeister. Und das widerspräche dem Vergnügungsstättenkonzept. „Wenn wir das konsequent verfolgen, müssen wir diesen Schritt gehen.“

Veränderungssperre zur Abwehr von Wettbüros

Der Stadtrat beschloss daher einstimmig und ohne Diskussion, einen Bebauungsplan für die Innenstadt aufzustellen und verhängte zudem eine Veränderungssperre. Das bedeutet, dass beide Bauvoranfragen nicht genehmigt werden. Die Sperre läuft zwei Jahre und kann um ein weiteres Jahr verlängert werden. So lange bleibt Zeit, den Bebauungsplan zu erstellen und in den Gremien zu genehmigen.

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