Fürstenfeldbruck

Neue Bühne holt ausgefallene Premiere nach

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Die Neue Bühne Bruck kehrt etwas früher als gewohnt aus der Sommerpause zurück. Aus zwei Gründen: Zum einen kehrt ein alter Schützling zu seinen schauspielerischen Wurzeln zurück. Zum anderen wird eine ausgefallene Premiere nachgeholt.

Fürstenfeldbruck – Tim Freudensprung und Christina Schmiedel sind an diesem Wochenende die Hauptakteure an der Neuen Bühne. Schmiedel ist seit vielen Jahren dort aktiv, Freudensprung studiert inzwischen an der Universität der Künste in Berlin. „Mit Christina Schmiedel hatte ich mein erstes Stück an der Neuen Bühne“, erinnert er sich. Der 24-Jährige drehte als Kind Filme und Werbespots und spielte Schultheater. Weil ein Schauspieler ausfiel, sprach Neue-Bühne-Intendant Harald Molocher ihn an, und Freudensprung blieb. Er war unter anderem in „Er ist wieder da“ und „Rosa Winkel“ zu sehen. „Es war ein kurzes Intermezzo, aber total prägend für mich“, erzählt er. „Mit Christina Schmiedel hat es so viel Spaß auf der Bühne gemacht.“

Eigengewächs der Neuen Bühne Fürstenfeldbruck

Im Brucker Theater ist man stolz, dass es ein Eigengewächs an die Berliner Universität der Künste geschafft hat. Im Oktober hat Freudensprung sein Studium beendet. Gemeinsam mit Kommilitonen präsentiert er seine Abschlussarbeit. „Wir mussten ein eigenes Stück inszenieren.“ Die Gruppe wählte Freudensprungs Lieblingsroman „Ein Kind unserer Zeit“ von Ödön von Horváth. Die Hauptfigur findet arbeitslos und desillusioniert im Militär seine Heimat und im Hauptmann der Truppe seinen Vaterersatz. Doch dieser begeht Suizid. Da beginnt die Hauptfigur, sich selbst und das NS-Regime zu hinterfragen.

Die Zuschauer erwartet kein klassisches Schauspiel, sondern eine szenische Lesung mit Freudensprung, Kai Bosse, Robert Knorr, Max Schimmelpfennig und Sarah Schmidt. „Wir werden am Tisch sitzen, und das Stück in belebter Form vorlesen“, erklärt Freudensprung. Im Anschluss folgt ein Publikumsgespräch, um das Stück zu hinterfragen. Das sei gerade in Zeiten des politischen Wandels, in der man Demokratie verteidigen müsse, wichtig.

Premiere in der Neuen Bühne Fürstenfeldbruck

Seine einstige erste Partnerin feiert zwei Tage darauf Premiere mit ihrem ersten Solostück. „Frauenquote – 1 Stück Frau“ hätte eigentlich bereits im März aufgeführt werden sollen. doch zwei Wochen vor der geplanten Premiere brach sich Christina Schmiedel den Mittelfuß. Daher musste die Uraufführung verschoben werden. „Es war ganz klar, dass es nachgeholt wird“, sagt Regisseurin Petra Wintersteller.

Schmiedel spielt die gelernte Hebamme und zweifache Mutter Marianne Hofbrecher. Sie will nach der Babypause zurück in den Job – mit Hilfe der Agentur für Arbeit. Während der langen Wartezeit plaudert sie über ihre früheren Arbeitsstellen, ihr Leben als Hausfrau und sinniert über Politik und ihre Träume. Die Zuschauer sind die übrigen Arbeitslosen im Wartesaal. „Die Schauspielerin ist in Interaktion mit den Zuhörern“, erklärt Wintersteller. „Aber sie müssen nicht mitspielen.“

Christina Schmiedel und Petra Wintersteller kennen sich bereits seit längerem. Die Regisseurin hat ihr das Stück quasi auf den Leib geschrieben. Initiiert hat das Harald Molocher, der die Münchner Schauspielerin, die auf den deutschen Theaterbühnen aber auch im Fernsehen zu sehen ist, bat, ein Stück zu schreiben. Nun ist sie gespannt, wie das Stück beim Publikum ankommt.

Karten

Die szenische Lesung beginnt am Freitag, 13. September, um 20 Uhr in der Neuen Bühne auf dem Klosterareal. Die Premiere von „Frauenquote“ ist am Sonntag, 15. September, um 20 Uhr. Karten für 15, ermäßigt sieben Euro gibt es über die Internetseite www.buehne-bruck.de und an der Abendkasse.

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