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„König und Meister“: Neue Bühne überzeugt mit Uraufführung

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Von: Ulrike Osman

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Aline Pronnet bekommt es als Ada mit einem verbrannten Mann (Alexander Schmiedel) zu tun.
Aline Pronnet bekommt es als Ada mit einem verbrannten Mann (Alexander Schmiedel) zu tun. © peter weber

Die Neue Bühne Bruck und das Brucker Publikum feiern eine Brucker Autorin: Die Uraufführung der Theateradaption von Theresa Hannigs Mystery-Roman „König und Meister“ unter der Regie von Christina Schmiedel geriet zum fulminanten Heimspiel vor restlos ausverkauftem Haus.

Fürstenfeldbruck – Der pensionierte Grundschuldirektor Frank König (Gerhard Jilka) will seiner Tochter Ada (Aline Pronnet) etwas Wichtiges sagen. Doch bevor er dazu kommt, haben die beiden einen Autounfall. Während ihr Vater auf der Intensivstation um sein Leben ringt, bekommt Ada es mit einer verwirrten alten Frau (Ellen Kießling-Kretz) und einem verbrannten Mann (Alexander Schmiedel) zu tun. Dann reist auch noch Adas kühle, scharfzüngige Mutter (Anne Distler) an. Und was hat es mit dem alles überschattenden Walnussbaum auf sich, den der Vater immer als „Meister“ bezeichnet hat und der angeblich das Haus beschützt?

Aus dem 320-Seiten-Roman eine 90-minütige Bühnenfassung zu machen erforderte einiges an Komprimierung. Zumal Ada, getrieben durch Botschaften des mysteriösen verbrannten Mannes, mehr als ein Geheimnis aufdecken muss. Dass beim Hausbau einst ein Bodendenkmal zerstört wurde, ist schlimm genug. Doch es war erst der Anfang einer Kette unheilvoller Ereignisse, im Zuge derer ein Mitwisser vom Vertrauten zum Nebenbuhler wurde.

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Die Bühne allein reicht nicht aus für die temporeiche, komplexe Handlung und die wechselnden Schauplätze. Regisseurin Christina Schmiedel hat dafür verschiedene Lösungen gefunden. Das Wohnzimmer der alten Dame wird kurzerhand in den Zuschauerraum verlegt. Ellen Kießling-Kretz wuselt in der Rolle der tatterigen Else unbekümmert durch die Sitzreihen. Nicht auf der Bühne Darstellbares wie der Autounfall wird durch Soundeffekte vermittelt. Statt eines Krankenbettes reicht ein Rechteck aus Licht.

Der ominöse Walnussbaum dominiert das Bühnenbild als Silhouette aus dem Hintergrund. Gerade diesen Baum hat Autorin Theresa Hannig nicht zufällig gewählt. Zwar gilt Walnuss als Lebensbaum und Symbol der Fruchtbarkeit. Doch die Autorin ist auch auf eine ältere Tradition gestoßen, derzufolge sich im Schatten des „Totenbaums“ böse Mächte versammeln. Die moderne Wissenschaft sagt, dass Wurzeln, Nussschalen und Laub des Walnussbaums eine Substanz in den Boden abgeben, die Keime und andere Pflanzen in der unmittelbaren Umgebung abtöten.

Die Walnuss verteidigt ihr Revier. Erst als der Baum verschwunden ist, heben sich auch von den Figuren dieses klugen, geschickt inszenierten Stückes die Schatten der Vergangenheit. Das Premierenpublikum war restlos begeistert.

Weitere Vorstellungen

von „König und Meister“ finden am 28. und 29. Oktober sowie am 4., 13., 20. und 25. November statt. Karten: www.buehne-bruck.de.

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