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Blick aus dem Bus auf Thomas Karmasin: Der Brucker Landrat hielt bei der Vorstellung der neuen Linie eine Ansprache. 

Ausweitung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs

Neue Buslinie mit freiem Internet-Zugang

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember wird es eine neue Regionalbuslinie geben: den „Ammer-Amper-Bus“ der Linie 820, der künftig die Strecke von Seefeld-Hechendorf im Landkreis Starnberg nach Fürstenfeldbruck bedient. Die Busse sind mit kostenlosem Wlan ausgestattet – eine Probefahrt.

FürstenfeldbruckMit leichter Verspätung kam der Bus am Mittwoch aus Seefeld-Hechendorf auf dem neuen Betriebsgelände des beauftragten Unternehmens Enders am Starenweg in Bruck an. Ziel des landkreisübergreifenden Projektes ist es, das Leistungsangebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu verbessern. Die Linie 820 ist nach dem Expressbus X900, der von Starnberg über Gilching nach Fürstenfeldbruck fährt, die zweite überregionale Linie.

Die Vernetzung der beiden Landkreise sei ihm sehr wichtig, sagte Landrat Thomas Karmasin vor vielen Kreisräten und Bürgermeistern der beiden Landkreise. „Wir dürfen nicht an der Landkreis-Grenze das Denken aufhören. Ich bin froh, dass wir dadurch einen Beitrag zur Mobilität leisten können.“

 Tagblatt-Mitarbeiter Sebastian Öl (Foto links) warf bei der Probefahrt sein Handy an, nachdem er sich ohne Passwort hatte einwählen können. Sein Fazit: Das Wlan funktioniert, auch unterwegs. 

Sein Starnberger Amtskollege Karl Roth hob den Kapazitätsumfang des ÖPNV im Landkreis Starnberg hervor: „Wir wenden mehr Geld für den ÖPNV als für Krankenhäuser auf.“ Man wolle dadurch eine Erleichterung für die Bürger schaffen, die etwa zur Arbeit oder zum Einkaufen müssten.

Dass die Nachfrage nach ÖPNV-Angeboten in beiden Landkreisen stetig wächst, bestätigte auch Christian Mayer vom Münchner Verkehrsverbund (MVV). Im Landkreis Fürstenfeldbruck habe es in den vergangenen fünf Jahren eine Leistungssteigerung von 100, in Starnberg gar um 141 Prozent gegeben. Er lobte: „Es ist bombastisch, was im ÖPNV in beiden Landkreisen geschieht.“

26 Haltestellen fährt der 820er-Bus auf seinem Weg an, acht Stopps davon sind neu. Die Linie verkehrt Montag bis Samstag alle 30 Minuten zwischen 5.30 und 22.30 Uhr von Seefeld-Hechendorf über Inning, Grafrath und Schöngeising bis Fürstenfeldbruck. Eine Anbindung besteht auch an die Buchenau (Süd).

Die Linie ist insgesamt rund 27 Kilometer lang, im Jahre fahren die Busse an die 536 000 Kilometer. Die Flotte der Firma Enders besteht für diese Linie aus vier Bussen.

Ein besonderes „Zuckerl“ für die Fahrgäste soll das kostenlose Wlan sein, das in den Bussen genutzt werden kann. Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht, der bei der Probefahrt mit an Bord war, hat es bereits erfolgreich getestet – und ist auch sonst voll des Lobes für die neue Linie: „Das ist eine tolle Geschichte, vor allem die Anbindung von Alt-Wildenroth.“ Auch einem anderen Belastungstest hielt das Bayern-Wlan stand: Nach Aufforderung von Mandy Enders zückten alle Anwesenden bei der Vorstellung ihr Handy und meldeten sich im Wlan an – und alles klappte.

Bereits am Samstag, 9. Dezember, haben Bürger die Möglichkeit, das neue Mobilitätsangebot kostenlos zu testen. Und darüber hinaus die Möglichkeit, die These von Starnbergs Landrat Karl Roth zu überprüfen, der sagte. „Mit dem neuen Bus wird man schneller in Fürstenfeldbruck sein als mit dem Auto aus Starnberg.“

Busunternehmer Enders freute sich, dass seine Firma nun auch im Landkreis Starnberg fährt. Er hofft, dass an seinem Standort am Brucker Starenweg ein Kompetenzzentrum im ÖPNV entsteht, „das umweltfreundlich gestaltet ist.

(Sebastian Öl)

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