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Neue Herausforderungen für die Corona-Helfer - Unterstützung gerade für Alleinstehende

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Von: Ingrid Zeilinger

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Corona-Helfer sind weiter aktiv.
Corona-Helfer sind weiter aktiv. © Beispielfoto: Roland Weihrauch (dpa)

Die vierte Pandemie-Welle rollt durch die Republik. Und sie bringt auch das Team der Corona-Nachbarschaftshilfe wieder an seine Grenzen. Die Helfer betreuen vor allem Alleinstehende, die sich infiziert haben – oft geht es darum, den Moment, in dem es lebensbedrohlich wird, nicht zu verpassen.

Fürstenfeldbruck – „Wir hatten nicht gedacht, dass es noch einmal so kommt“, sagt Monika Graf. Sie hat die Corona-Nachbarschaftshilfe im ersten Lockdown im März 2020 ins Leben gerufen. Aus einer kleinen Online-Plattform ist inzwischen ein Netz aus 1700 Helfern geworden. Von Jung bis Alt bringen sich die Menschen nach ihren Fähigkeiten ein. „Den Schwerpunkt bilden berufstätige Mütter“, berichtet Graf.

Mit jeder Welle haben sie neue Aufgaben zu bewältigen: In der dritten Welle saßen meist ganze Familien in Quarantäne, die es mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderem zu versorgen galt. Inzwischen müssen Geimpfte aber nicht mehr in den Zwangs-Hausarrest und können ihre Angehörigen versorgen. „Dafür betreuen wir bergeweise alleinstehende Menschen“, berichtet Graf. Sie sitzen – oft doppelt geimpft – nach einem positiven Test alleine in Isolation, teils auch mit einer ordentlichen Grippe, berichtet Graf. So bringen die Helfer nicht nur Krankmeldungen zum Arbeitgeber und stellen Lebensmittel, Medikamente und anderes vor die Tür, sondern auch mal eine frischgekochte Suppe, um die Lebensgeister wieder zu wecken.

Monika Graf organisiert die Ehrenamtlichen.
Monika Graf organisiert die Ehrenamtlichen. © mm

Viele kommen ohne oder nur mit mittleren Symptomen durch die Infektion. Doch andere erwischt es so heftig, dass sie womöglich ins Krankenhaus müssen. „Wir versuchen, einen engen telefonischen Kontakt zu halten, um zu verfolgen, wenn es kritisch wird“, sagt Graf. Teilweise wird im Zwei-Stunden-Takt gesprochen. Da könne es vorkommen, dass ein Schützling bei einem Anruf noch völlig normal spreche, beim nächsten vor Kurzatmigkeit kaum mehr einen Satz heraus bringe. „Daheim können die Menschen oft nicht realistisch einschätzen, wenn es kippt“, sagt Monika Graf. Da raten die Helfer, einen Arzt zu kontaktieren, oder alarmieren selbst den Rettungsdienst.

Immer mehr Senioren zum Impfen fahren

Daneben bleiben die üblichen Aufgaben wie etwa Einkäufe oder Gassigehen mit Haustiere von Isolierten. Außerdem fährt das Team der Corona-Nachbarschaftshilfe immer mehr Senioren zur Impfung oder macht Online-Termine für sie aus. Und man bereitet sich bereits wieder auf mögliche Formen des Lockdowns vor. Das digitale System wird hochgefahren, um für Homeschooling und Online-Lerngruppen gerüstet zu sein, wenn die Schulen wieder schließen sollten.

Die Entwicklung macht Monika Graf Sorgen: „Wir kriegen ein bisschen kalte Füße, wo das noch hingehen soll.“ Denn neben den Aufgaben gibt es ein weiteres Problem: Anders als im Lockdown arbeiten viele Helfer im Beruf und sind zeitlich nicht so flexibel. „Es ist eine große Jonglierarbeit.“ Dass die Eltern weiter zur Arbeit ins Büro müssen, aber daheim möglicherweise das Kind wegen Corona in Quarantäne sei, zerreiße viele Familien schier.

Infos und Ausblick

Wer Unterstützung von der Corona-Nachbarschaftshilfe benötigt oder aktiv werden möchte, kann sich 24 Stunden am Tag unter Telefon (0 81 41) 3 15 80 40 und im Internet bei www.corona-ffb.de melden.

Die Kette der helfenden Hände möchte die Corona-Hilfe unterstützen. Die Spendenaktion des Tagblatts für Menschen in Not startet am ersten Adventswochenende Spendenkonten: Sparkasse IBAN: DE23700530700008128126; VR-Bank IBAN: DE93701633700000037788

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