Abschreiten der Front (v.l.): Der neue Kommandeur Michael Traut, sein Vorgesetzter Michael Gschoßmann und der scheidende Bernhardt Schlaak. foto: metzler

Der neue Kommandeur hat schon Erfahrung mit Fursty

Füstenfeldbruck – Brigadegeneral Michael Traut ist der neue Kommandeur der Offizierschule der Luftwaffe. Der gebürtige Tübinger löst nach gut vier Jahren Bernhardt Schlaak ab, der als Vice Chairman zum Air and Missile Defence Committee ins Nato-Hauptquartier nach Brüssel wechselt.

An der feierlichen Kommandoübergabe durch den Kommandeur der bodengebundenen Verbände, Brigadegeneral Michael Gschoßmann, nahmen im Fliegerhorst zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil. Der Landkreis wurde von Landrat Thomas Karmasin, die Stadt von 3. Bürgermeisterin Karin Geißler vertreten. Auch die Vizepräsidentin der Regierung von Oberbayern, Maria Els, sowie die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, wohnten dem militärischen Appell bei, der musikalisch vom Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen begleitet wurde.

„Ich bin stolz, Kommandeur dieser Schule gewesen zu sein. Ich melde mich ab.“ Mit diesen Worten beendete Schlaak seine letzte Rede auf Fursty. Er verlasse Fürstenfeldbruck nach 1650 Tagen mit der Überzeugung, „viel gelernt zu haben über den Beruf, über das Soldatsein, über Menschen mit und ohne Uniform und letztlich über sich selbst“. Gschoßmann stellte den scheidenden Kommandeur als einen Offizier mit klaren Vorstellungen und Idealen dar. Als einen Soldat, der Neuerungen gegenüber aufgeschlossen und immer gesprächsbereit gewesen sei. Eigenschaften, die gerade in der Erziehung des Offiziernachwuchs von besonderer Bedeutung seien. Er habe dazu beigetragen, dass die Ausbildung von elf auf sieben Monate gestrafft wurde.

Schlaak habe die Segelflugausbildung eingeführt und erstmals für die Bundeswehr das Konzept der kompetenzorientierten Ausbildung erfolgreich erprobt. Dazu stellte sich der Kommandeur monatlich dem Stammpersonal und den Lehrgangsteilnehmern zum direkten Dialog. Die sei ein Musterbeispiel „gelebter innerer Führung“, so Gschoßmann.

Nach Auflösung der Luftwaffendivision hatte Schlaak den Job als Standortältester übernommen. Höhepunkt in dieser Funktion war die Unterbringung von Flüchtlingen. „In Rekordzeit“ habe Schlaak geeignete Gebäude abgegeben und so eine wichtige Hilfe zur Bewältigung der Flüchtlingsströme geleistet.

Schlaaks Nachfolger, Michael Traut, weilte bereits 1984/85 in Fursty, als er den 52. Offizierlehrgang besuchte. Nach seinem Informatikstudium wurde er Radarleitoffizier. Er war auch Kommodore des Einsatzgeschwaders in Mazar-e-Sharif (Afghanistan). Unter seiner Führung stand auch der Einsatz deutscher Tornados. Zuletzt war Traut Leiter eines Ausbildungszentrums in Bonn. dieter metzler

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