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Für den guten Zweck: (v.l.) Helmuth Stolle, Fritz Morgenstern, Jutta Remsing, Johannes Loibl, Landrat Thomas Karmasin, Rupert Habersetzer, Winfried Frohwerk (Stiftungsvorstand), Helmut Leonhardt, Kathi Probst, Nikolaus Turner (Stiftungsvorstand), (sitzend, v.l.) Adolf Eiber und Karlheinz von Jan. 

60 000 Euro gespendet 

Neue Stiftung für die Alten und Armen

  • Thomas Radlmaier
    vonThomas Radlmaier
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Joachim Sighart war jahrelang Verleger des Brucker Tagblatts. Er starb vor sieben Jahren. Sein Vermögen hat er einer Stiftung vermacht. Diese setzt sich für sozial schwache Senioren ein.

Fürstenfeldbruck – Joachim Sighart lebte zurückgezogen in Fürstenfeldbruck. Nur wenig war zu seinen Lebzeiten über ihn bekannt. Klar ist: Als ehemaliger Verleger des Brucker Tagblatts begleitete er jahrzehntelang die Entwicklung des Landkreises. Klar ist spätestens auch jetzt: Er hatte ein Herz für alte Menschen in Notlagen – und für seine Leser.

Joachim Sighart starb 2010, seine Frau Adolfine folgte ihm drei Jahre später. Das Paar hatte keine Kinder. Mit ihrem Vermögen wollten sie nach ihrem Tod Gutes tun und legten in ihrem Testament die Errichtung einer Stiftung fest. Nun ist erstmals die „Joachim und Adolfine Sighart-Stiftung“ öffentlich vorgestellt worden. Sie verfolgt ausschließlich mildtätige Zwecke. Der Fokus liegt auf der Unterstützung und Förderung älterer und bedürftiger Menschen im Landkreis. Die ersten Fördermaßnahmen in Höhe von 60 000 Euro gehen an sieben Projekte und Einrichtungen im Landkreis, wie die Brucker Tafel, die Seniorenhilfe Sonnenstrahl oder das Ambulante Palliativ-Team der Klinik Fürstenfeldbruck.

Stiftungsvorsitzender ist Winfried Frohwerk. Er kannte die Sigharts gut. Als Banker verwaltete er jahrelang das Vermögen des Paars. Daraus ist eine vertrauensvolle Beziehung entstanden. Bei einem Pressetermin im Landratsamt erzählt Frohwerk, Joachim Sighart sei „Vollblutunternehmer“ gewesen. Doch was nach seinem Tod mit dem Vermögen passieren soll, darüber musste er lange nachdenken. „Joachim wusste immer, was er nicht wollte“, sagt Frohwerk. Er selbst habe ihn auf den Pfad gebracht, das Geld einer Stiftung zu hinterlassen, die sich für sozial benachteiligte Senioren einsetzt. Sighart habe zum ihm gesagt: „Das ist doch eine gute Idee. So erreiche ich noch meine Leser.“

Neben Frohwerk sitzen Nikolaus Turner und Jasper von Hoerner im Vorstand. Turner sagt: „Briefe an die Empfänger zu schreiben, ist ein schönes Gefühl.“ Rolf Eissele von der Palliativstation erzählt, wie er sich gefreut habe, als er nach seinem Urlaub ins Büro gekommen und der Brief auf dem Tisch gelegen sei. Derzeit gebe es sieben Betten auf der Station. „Wir würden gern auf zehn erweitern.“ Außerdem wolle man das Geld für die Ausbildung von Ärzten nutzen und „um den Palliativ-Gedanken in die Breite zu tragen“.

Auch die sogenannte „Notfallmappe“ des Landkreises wird unterstützt. Sie soll älteren Menschen helfen, sich frühzeitig mit Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Tod zu beschäftigen. Zwischen 7000 und 8000 Exemplare seien erschienen, sagt Kathi Probst von der Seniorenberatung im Landratsamt. Es sei unklar, wie lange das Projekt noch weiterlaufen könne, sagt sie. „Das Geld wird uns sehr helfen.“ Geht es nach dem Vorstand, dann soll die Joachim und Adolfine Sighart-Stiftung ein Vorbild sein – etwa für andere kinderlose Menschen, die nicht wissen, wem sie ihren Besitz vererben sollen. Turner sagt, er hoffe, „dass die Stiftung Schule macht.“

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